Merken Drucken

Entsendung von Arbeitnehmern ins EU-Ausland: Neuigkeiten bei der A1-Bescheinigung

Sie wollen zum Beispiel, dass Ihr Arbeitnehmer ein paar Monate für Ihr Tochterunternehmen in Frankreich arbeitet? Kein Problem – solange Sie für Ihre Arbeitnehmer die A1-Bescheinigung beantragt haben! Wir erklären die wichtigsten Eckpunkte.

In welchen Fällen muss ich die A1-Bescheinigung beantragen?

Wann immer Sie Arbeitnehmer beruflich ins europäische Ausland schicken, brauchen sie eine A1-Bescheinigung. Auch, wenn es nur für ein paar Stunden ist. Die maximale Dauer der Entsendung liegt übrigens bei 24 Monaten.Die Bescheinigung ist für jeden einzelnen Arbeitnehmer nötig, den Sie entsenden. Und wenn Sie Ihre Arbeitnehmer in mehrere Länder entsenden, benötigen Sie auch für jedes Land eine eigene Bescheinigung.

Wozu ist die Bescheinigung A1 überhaupt nötig?

Mit der A1-Bescheinigung weisen Sie als Arbeitgeber nach, dass Ihr Arbeitnehmer bei der Entsendung nach deutschem Recht sozialversichert ist. Die Wirkung bezeichnet man als „Ausstrahlung“. Das hat zum einen den Vorteil, dass Ihr Arbeitnehmer nicht umständlich in den jeweils anderen Sozialversicherungssystemen des Ziellandes an- und abgemeldet werden muss. Zum anderen schützt die Bescheinigung Sie davor, sowohl in Deutschland wie auch im Zielland – dem Beschäftigungsstaat – Beiträge zur Sozialversicherung zahlen zu müssen.

Gibt es Ausnahmen? Wann gilt die Pflicht nicht, eine A1-Bescheinigung zu beantragen?

Wenn Ihr Arbeitnehmer bereits im Ausland beschäftigt ist oder wenn er für eine Niederlassung Ihrer Firma arbeitet, die rechtlich gesehen selbstständig ist. Dann benötigt Ihr Arbeitnehmer keine A1-Bescheinigung. Sie müssen Ihren Arbeitnehmer aber nach dem Recht des ausländischen Staates versichern. Sie ist ebenfalls nicht nötig, wenn Sie selbstständig Tätige damit beauftragen, für Sie im europäischen Ausland etwas zu erledigen.

Welche Länder gelten als „europäisches Ausland“?

Alle EU-Staaten, Island, Norwegen, Liechtenstein und die Schweiz. Bei anderen Staaten können ähnliche Regelungen gelten. Informieren Sie sich weiter im Steckbrief Entsendung.

Was mache ich, wenn der Arbeitseinsatz so kurzfristig nötig ist, dass die Bescheinigung noch gar nicht da ist?

In dem Fall reicht es, wenn Ihr Arbeitnehmer einen Ausdruck des Antragsnachweises bei sich führt. Er dient als Beweis, dass Sie die Bescheinigung A1 beantragt haben. Übrigens: Den Antrag bzw. die Bescheinigung müssen Ihre Arbeitnehmer immer mit sich führen.

Gibt es Neuerungen, die ich beim Beantragen beachten sollte?

Ja. Seit 1. Januar 2020 sind einige Änderungen in Kraft getreten:

  • Sie müssen nun Anfang und Ende der Entsendung angeben.
  • Sie müssen die vollständige Adresse Ihres Arbeitnehmers im Entsendestaat angeben.
  • Pro Entsendung können Sie nun bis zu elf Orte angeben, an denen im Entsendestaat gearbeitet werden soll.


Unser Service für Sie im Informationsportal

Im Steckbrief Entsendung erfahren Sie weitere wichtige Details zur Entsendung, zur A1-Bescheinigung  selbst und dazu, wie Sie an die A1-Bescheinigung gelangen. Experten finden die Dokumente der Sozialversicherung zum Versicherungs- und Beitragsrecht 
sowie zum Melderecht bei Entsendung  in unserer SV-Bibliothek.

Diese Website verwendet Cookies. Indem Sie die Website und ihre Angebote nutzen und weiter navigieren, akzeptieren Sie diese Cookies. Dies können Sie in Ihren Browsereinstellungen ändern.

» Akzeptieren » Datenschutz