Urlaub – die schönste Zeit im Jahr. Jeder Arbeitnehmer fiebert dieser Zeit entgegen. Doch rund um das Thema Urlaub gibt es einiges, was Sie als Arbeitgeber wissen sollten.

Wie viele Tage Urlaubsanspruch haben Arbeitnehmer?

Der Urlaubsanspruch für Arbeitnehmer ist im Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) geregelt. Der Mindesturlaubsanspruch beträgt nach § 3 BurlG bei einer Sechstagewoche 24 Werktage je Kalenderjahr. Erst wenn das Beschäftigungsverhältnis sechs Monate besteht, haben Arbeitnehmer den vollen Urlaubsanspruch. Die Arbeitsstunden pro Tag sind dabei unerheblich, da die Berechnung rein anhand der Arbeitstage erfolgt. Somit gibt es keinen Unterschied zwischen Vollzeit oder Teilzeitbeschäftigten. Allerdings gewähren viele Arbeitgeber mehr als den gesetzlichen Mindestanspruch.

Urlaub in der Probezeit

Viele Arbeitnehmer glauben, dass in der Probezeit Urlaub ausgeschlossen ist. Das Bundesurlaubsgesetz spricht jedoch nur davon, dass der volle Urlaubsanspruch erst nach sechs Monaten Beschäftigung besteht. Die Betriebszugehörigkeit erarbeitet sich der Mitarbeiter bereits jeden Monat in seiner Probezeit. So hat er sich nach drei Monaten bereits einen Urlaubsanspruch von fünf Urlaubstagen verdient. Der Arbeitgeber darf den Urlaubswunsch des Arbeitnehmers nur aus triftigem Grund ablehnen. Die bloße Tatsache, dass er sich in der Probezeit befindet, reicht dafür nicht aus.

Krank im Urlaub

Urlaub soll der Erholung dienen. Doch was ist, wenn der Arbeitnehmer während des Urlaubs erkrankt? Damit die Krankheitstage dem Urlaubskonto wieder gut geschrieben werden können, benötigt man eine Krankschreibung ab dem ersten Tag (§ 9 BurlG). Befindet sich Ihr Arbeitnehmer zum Zeitpunkt der Erkrankung auf einer Urlaubsreise im Ausland, können die Regelungen je nach Urlaubsland unterschiedlich sein. Auf der Internetseite der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland (DVKA) können Sie Merkblätter für das jeweilige Urlaubsland herunterladen. Dort ist auch beschrieben, wie man mit einer Krankmeldung im Reiseland umgehen sollte.

Sonderurlaub

Ein besonderer Urlaubsanspruch leitet sich aus § 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) ab. Der Anspruch auf zusätzlichen Sonderurlaub besteht bei besonderen Ereignissen. Welche konkreten Ereignisse als Grund für Sonderurlaub gelten, legt das Gesetz nicht fest. Sind diese nicht in Tarif- oder Arbeitsvertrag festgeschrieben, muss der Sonderurlaub mit dem Arbeitgeber ausgehandelt werden. Oft wird Sonderurlaub bei Tod eines nahen Verwandten (Elternteile, Geschwister oder Kinder) gewährt. Auch die Geburt des eigenen Kindes oder die eigene Hochzeit können ein Grund für Sonderurlaub sein. Ob und für wie viele Tage er Sonderurlaub gewährt, entscheidet – sofern vertraglich nicht anders festgelegt – –allein der Arbeitgeber.

Unbezahlter Urlaub

Während des regulären Jahresurlaubs wird grundsätzlich das Arbeitsentgelt weitergezahlt. Benötigt der Arbeitnehmer mehr Urlaubstage als ihm regulär zustehen, kann er zusätzlich unbezahlten Urlaub nehmen. Einen gesetzlichen Anspruch darauf gibt es aber nicht. Dringende Ausnahmefälle wie z.B. die Versorgung kranker Kinder oder die Erkrankung von Familienangehörigen können einen Anspruch auf unbezahlten Urlaub von bis zu sechs Monaten rechtfertigen. Während des unbezahlten Urlaubs erhält der Arbeitnehmer kein Einkommen. Die Vorschriften zu Kündigungen, Urlaub oder der Kündigungsschutz bleiben bestehen. Zusätzliche freiwillige Zahlungen des Arbeitgebers können gekürzt werden. Der gesetzliche Krankenversicherungsschutz bleibt vier Wochen nach Antritt des unbezahlten Urlaubs bestehen. Im Einzelfall sollte daher vorab der unbezahlte Urlaub mit der Krankenkasse abgestimmt werden.

Genehmigung des Urlaubs durch den Arbeitgeber

Der Prozess ist wie folgt: Der Arbeitnehmer stellt einen Urlaubsantrag. Innerhalb von zehn Tagen sollten Sie als Arbeitgeber über den Urlaubsantrag entscheiden. Dabei müssen Sie die Wünsche des Arbeitnehmers berücksichtigen. Bei einer Ablehnung müssen dringende betriebliche Gründe vorliegen, die den gewünschten Urlaub verhindern. Tritt ein Arbeitnehmer ohne eine vorherige Genehmigung seinen Urlaub an, muss er mit einer Abmahnung oder Kündigung rechnen. 

Unser Service für Sie im Informationsportal

Die Voraussetzungen zu unbezahltem Urlaub können Sie in unserem Frage-Antwort-Katalog Unbezahlter Urlaub prüfen. Und Informationen zu unbezahlten Urlaub im Falle eines erkrankten Kindes lesen Sie in unserem Steckbrief Erkrankte Kinder.

Wenn Sie kurze Erklärungen zu Begriffen wie „Urlaubsabgeltung“ oder „Urlaubsverfahren“ oder ähnlichem suchen, schauen Sie doch einfach in unser Glossar.

Weitere interessante Beiträge finden Sie unten aufgeführt. Wir möchten Ihnen noch besonders unseren Artikel Urlaubsanspruch auf das Folgejahr übertragen: das sollten Sie wissen empfehlen. Hier lesen Sie, unter welchen Voraussetzungen nicht in Anspruch genommener Erholungsurlaub auf das folgende Kalenderjahr übertragen werden kann.