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Unfall im Home Office: Ist das ein Arbeitsunfall?

Wenn Ihre Arbeitnehmer im Home Office für Sie tätig werden, sitzen sie meist an einem Computer (Laptop). Das an sich birgt wenig Verletzungsgefahr, könnte man meinen. Dennoch passieren Unfälle. Die Frage ist nun, wann und unter welchen Umständen Unfälle im Home Office als Arbeitsunfälle gelten. Diese Differenzierung ist wichtig, denn bei einem Arbeitsunfall kommt die Berufsgenossenschaft oder Unfallversicherung für die Behandlungskosten und etwaige Folgekosten (z. B. Rehabilitation) auf. Handelt es sich hingegen um einen Unfall, der nicht in Zusammenhang mit der Arbeit entstand, ist die Krankenversicherung zuständig.

Wann gilt ein Unfall im Home Office als Arbeitsunfall oder Wegeunfall?

In erster Linie geht es um die Frage, ob der Unfall beim Ausüben der versicherten Arbeit entstanden ist. Der Weg von und zur Arbeit ist dabei mitversichert, sofern er nicht (oder kaum) für private, eigenwirtschaftliche Zwecke unterbrochen wird. Der Ort, an dem Ihr Arbeitnehmer für Sie arbeitet, ist bei der Bewertung zweitrangig. Ausschlaggebend ist die Handlungstendenz: Je enger die Unfallursache mit der Arbeitstätigkeit zu tun hat, umso eher ist es ein Arbeitsunfall.

Beispiel 1: Ein Arbeitnehmer im Home Office verstaucht sich das Handgelenk, während er versucht, das Netzteil des Laptops an die Steckdose anzuschließen. Das Aufladen des Akkus hat unmittelbar mit der Arbeit zu tun, die Pflege der Arbeitsgeräte ist unfallversichert. In diesem Fall ist es ein Arbeitsunfall.

Beispiel 2: Der Arbeitnehmer verstaucht sich das Handgelenk, als er den Akku seines Pedelecs aufladen will. Damit wollte er nach Feierabend noch eine Runde fahren. Das Pedelec ist kein Arbeitsgerät, die Handlung hat nichts mit der Arbeit zu tun und erfolgt eigenwirtschaftlich. Somit handelt es sich nicht um einen Arbeitsunfall, auch wenn er während der Arbeitszeit passierte.

Ihre Pflichten als Arbeitgeber bei einem Arbeitsunfall

Ihr Arbeitnehmer ist nach einem Arbeitsunfall oder Wegeunfall länger als drei Tage arbeitsunfähig? Dann müssen Sie dies dem zuständigen Unfallversicherungsträger melden. Diese stellt Ihnen dazu meist ein passendes Formular zur Verfügung. Oft können Sie die Unfallanzeige aber auch online auf der Website Ihrer Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse eingeben. Sie prüft dann, ob es sich tatsächlich um einen Arbeitsunfall handelt.

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