Aufpassen: Mindestlohn verringert Arbeitszeit von Minijobbern

Der neue gesetzliche Mindestlohn von 9,35 Euro sorgt dafür, dass Minijobber schneller als noch in 2019 an die maximale Verdienstgrenze von 450 Euro pro Monat stoßen. Um weiterhin sozialversicherungsfrei zu arbeiten, müssen sie weniger arbeiten.

Seit dem 01.Januar 2020 liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 9,35 Euro pro Stunde. Bis Ende 2019 lag er noch bei 9,19 Euro pro Stunde. Der gesetzliche Mindestlohn gilt für alle volljährigen Arbeitnehmer. Für Auszubildende gelten seit dem 01.Januar 2020 die Mindestausbildungsvergütungen.

Der gesetzliche Mindestlohn gilt nicht für

  • Langzeitarbeitslosen in den ersten sechs Monaten nach Wiedereinstieg in das Berufsleben
  • Ehrenamtlich Tätige
  • Personen, die an einer Maßnahme zur Arbeitsförderung teilnehmen
  • Selbstständige
  • Jugendliche unter 18 Jahren, die keine abgeschlossene Berufsausbildung haben
  • Arbeitnehmer, für die das Heimarbeitsgesetz gilt
  • Personen, die einen freiwilligen Dienst erbringen.

Prüfen Sie die die Arbeitsverträge und Stundenzettel Ihrer Minijobber.

Durch die Erhöhung des Mindestlohns verringert sich die maximale Stundenzahl pro Monat, die im Minijob geleistet werden kann, von monatlich 48,9 Stunden auf 48,1 Stunden. Das sind pro Monat 48 Minuten weniger als noch 2019.

Wenn Sie als gewerblicher Arbeitgeber Ihre Minijobber also nach Mindestlohn bezahlen und diese bisher Arbeitsstunden bis zum Erreichen der Minijob-Grenze geleistet haben, sollten Sie die maximale Arbeitszeit anpassen. Falls nicht, werden Ihre Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig.

Die Pflicht einer Stundenerfassung gilt übrigens nur für gewerbliche Arbeitgeber. Beschäftigen Sie Minijobber in Ihrem Privathaushalt oder stellen Sie enge Familienangehörige als Minijobber an, besteht für Sie keine Pflicht, die Arbeitszeiten zu erfassen.

Unser Service für Sie im Informationsportal

  • Mehr zu den Mindestausbildungsvergütungen für Auszubildende finden Sie in unserem Steckbrief Auszubildende.
  • Verdient Ihr Arbeitnehmer mit dem neuen Mindestlohn mehr als 450 Euro im Monat, melden Sie ihn bitte als Midijobber. Damit ist er sozialversicherungspflichtig, aber Sie zahlen nicht die vollen Beiträge zur Sozialversicherung. Alle nötigen Informationen dazu erhalten Sie in unserem Steckbrief Übergangsbereich.
  • Unser Frage-Antwort-Kataloge zu Veränderungen im Beschäftigungsverhältnis helfen Ihnen, alle wichtigen Informationen zu erfassen, um den veränderten Status Ihres Arbeitnehmers korrekt zu melden.

Noch ein Hinweis zum Mindestlohn

Gibt es in Ihrer Branche einen Branchenmindestlohn, der höher ist als der gesetzliche Mindestlohn? In diesem Fall ist der Branchenmindestlohn für Sie als Arbeitgeber maßgeblich. Alle aktuellen Branchenmindestlöhne finden Sie in einem übersichtlichen PDF Branchenmindestlohn der Bundesagentur für Arbeit (PDF, 120 KB).

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