Was ist die Energiepreispauschale?

In unserer News vom 6. April 2022 haben wir bereits über die Energiepreispauschale berichtet. Die Pauschale soll die massiv gestiegenen Energiepreise abfedern. Zeitpunkt der Auszahlung und der genaue Ablauf waren bisher noch nicht eindeutig geregelt. Jetzt ist klar: Die 300 Euro Energiepreispauschale soll in den meisten Fällen im September 2022 vom Arbeitgeber ausgezahlt werden.

Wer erhält die Energiepreispauschale und wie wird sie ausgewiesen?

Alle Arbeitnehmer, die in einem aktuell ersten Beschäftigungsverhältnis stehen und die Steuerklasse I bis V haben, erhalten mit der ersten nach dem 31. August 2022 fälligen Lohnzahlung die Energiepreispauschale. Auch geringfügig Beschäftigte, deren Arbeitsentgelt nach § 40a Abs. 2 EStG pauschal versteuert wird, sollen grundsätzlich die Energiepreispauschale erhalten. Der Arbeitnehmer muss schriftlich bestätigen, dass es sich bei dem Minijob um das erste Dienstverhältnis handelt. Diese Bestätigung müssen Sie als Arbeitgeber zu den Lohnunterlagen nehmen. Pensionäre und Rentner erhalten die Pauschale nicht, falls keine anderen Einkünfte z. B. aus Landwirtschaft, Gewerbebetrieb, freiberufliche Tätigkeit o. Ä. vorliegen. Auch Steuerpflichtige ohne ständigen Aufenthalt in Deutschland oder beschränkt steuerpflichtige Grenzgänger haben keinen Anspruch auf die Pauschale.

In der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung (§41b Absatz 1 Satz 2 EStG) weisen Sie die Pauschale mit dem Großbuchstaben E aus.

Einbehalt von der Lohnsteuer

Arbeitgeber erhalten das Geld nicht direkt vom Staat. Stattdessen sollen sie die Pauschale von der Lohnsteuer, die sie dem Finanzamt überweisen müssten, abziehen. Die Energiepreispauschale soll dann bei der nächsten Lohnsteuer-Anmeldung gesondert abgesetzt werden. Somit ist bei einer monatlichen Anmeldung die Energiepreispauschale in der Anmeldung für August 2022 abzusetzen. Diese ist bis zum 10. September 2022 fällig und wird mit einer zusätzlichen Kennzahl ausgewiesen.

Gesonderte Regelungen für kleine Arbeitgeber

Wenn Sie als Arbeitgeber für alle Mitarbeiter zusammen weniger als 5000 Euro Lohnsteuer jährlich überweisen und die Steuer vierteljährlich abführen, gelten für Sie abweichende Regelungen. Sie haben die Möglichkeit, die Auszahlung im Oktober vorzunehmen. Der Abzug erfolgt in diesen Fällen in der bis 10. Oktober fälligen Lohnsteueranmeldung für das dritte Quartal.

Überweisen Sie weniger als 1.080 Euro Lohnsteuer jährlich können Sie die Lohnsteuer zum 10. Januar 2023 mindern. Sie haben sogar die Möglichkeit, komplett auf die Auszahlung zu verzichten. Die Beschäftigten erhalten in diesen Fällen mit der im Jahr 2023 abzugebenden Steuererklärung die 300 Euro Energiepreispauschale.

In den Fällen, in denen Sie insgesamt weniger Lohnsteuer abführen als Sie an Energiepreispauschalen auszahlen müssen, erstattet das Finanzamt den Differenzbetrag.

Steuerpflicht der Energiepreispauschale

Die Energiepreispauschale ist eine steuerpflichtige Einnahme. Im Falle einer geringfügigen Beschäftigung soll aus Vereinfachungsgründen auf die Besteuerung verzichtet werden. Bei allen anderen Arbeitnehmern erhöht die Pauschale die Einnahmen aus nicht selbständiger Tätigkeit. Als „Sonstiger Bezug“ unterliegt sie auch dem Lohnsteuerabzug. Da keine Sozialversicherungsbeiträge fällig werden, ist sie bei der Berechnung der Vorsorgepauschale nach § 39b Absatz 2 Satz 5 Nummer 3 Buchstabe a bis c EStG nicht zu berücksichtigen.

Unser Service für Sie im Informationsportal

Folgende Inhalte des Informationsportals können für Sie in diesem Zusammenhang interessant sein: