Merken Drucken

Bei Umfahrung eines Staus kann der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung entfallen

Wer auf dem Weg zur oder von der Arbeit verunglückt, hat grundsätzlich Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung. Versichert ist aber immer nur der unmittelbare Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Wenn ein Stau umfahren werden soll, muss die Abweichung von diesem unmittelbaren Weg nachvollziehbar sein.

In einem Verfahren vor dem Sozialgericht Osnabrück hatte ein Arbeitnehmer geklagt, der auf dem Weg nach Hause einen Stau umfahren wollte und dabei einen Unfall erlitten hatte. Da es sich aber um einen erheblichen Umweg gehandelt habe, versagte die zuständige Berufsgenossenschaft die Anerkennung als Wegeunfall, auch wenn der Stau tatsächlich nachgewiesen werden konnte.

Das Sozialgericht Osnabrück hat in seinem Urteil S 19 U 251/17 vom 1. August 2019 die Auffassung der Berufsgenossenschaft bestätigt. Zu Beginn der Umfahrung sei der Arbeitnehmer nur noch ca. 550 m von seinem Zuhause entfernt gewesen. Zum Zeitpunkt des Unfalls war der Kläger bereits 1,4 km vom direkten und üblichen Weg nach Hause abgewichen. Wäre er noch weitergefahren, hätte er insgesamt einen achtmal so langen Weg gewählt, wie der normale restliche Heimweg. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig, da Berufung eingelegt wurde.

Wenn Sie als Arbeitgeber von einem Arbeits- oder Wegeunfall erfahren, müssen Sie diesen in jeden Fall melden. Die Frage der Anerkennung regelt dann die Berufsgenossenschaft oder die Unfallkasse. Was Sie beachten müssen, können Sie unter Unfall im Informationsportal prüfen. Ausführlichere Informationen finden Sie im Steckbrief Unfall.

Diese Website verwendet Cookies. Indem Sie die Website und ihre Angebote nutzen und weiter navigieren, akzeptieren Sie diese Cookies. Dies können Sie in Ihren Browsereinstellungen ändern.

» Akzeptieren » Datenschutz