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Beitragsbemessungsgrenze und andere Rechengrößen für 2022

Neue Rechengrößen in der Sozialversicherung gibt es jedes Jahr. Zum Jahreswechsel 2021/2022 gibt es aber einige Besonderheiten. Grund ist die coronabedingte Einkommensentwicklung der Beschäftigten. Denn die Entgelte der versicherungspflichtig Beschäftigten ist die Basis für die meisten Grenzwerte für die jährliche Neuberechnung.

Die Rechengrößen für 2022

Die Beitragsbemessungsgrenzen

Die Beitragsbemessungsgrenze bestimmt den Betrag, bis zu dem maximal die jeweiligen Beiträge erhoben werden. Bei den Beitragsbemessungsgrenzen gibt es für 2022 ein eher uneinheitliches Bild. In der Kranken- und Pflegeversicherung bleibt der Wert unverändert bei 58.050 Euro jährlich, bzw. 4.837,50 Euro monatlich. Dieser Wert gilt in Ost und West gleichermaßen.

Während die Beitragsbemessungsgrenze in der Renten- und Arbeitslosenversicherung im Westen auf 84.600 Euro sinkt (2021 = 85.200 Euro), steigt sie im Osten geringfügig auf 81.000 Euro (2021 = 80.400 Euro) an. Hinweis: Für die knappschaftliche Rentenversicherung gelten höhere Beträge.

Die Bezugsgröße

Die Bezugsgröße ist die zentrale Rechengröße in der Sozialversicherung und wird für vielerlei Grenzwerte herangezogen, teils in voller Summe, teils als Bruchteil des monatlichen Betrages. Soweit sie für die Kranken- und Pflegeversicherung herangezogen wird, gilt einheitlich die Bezugsgröße West. In der Rentenversicherung gibt es unterschiedliche Werte.

In der Kranken- und Pflegeversicherung bleibt die Bezugsgröße – wie auch die Beitragsbemessungsgrenze – zum Jahreswechsel unverändert bei 3.290 Euro monatlich.

Für die Rentenversicherung im Westen gilt derselbe – unveränderte – Betrag. Im Osten steigt die Bezugsgröße – soweit sie für die Rentenversicherung angewandt wird – auf 3.150 Euro (2021 = 3.115 Euro).

Die Krankenversicherungspflichtgrenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze)

In der Krankenversicherung besteht Versicherungspflicht nur, wenn das Entgelt die Krankenversicherungspflichtgrenze nicht übersteigt. Diese Grenze liegt unverändert wie im Vorjahr bei 39.480 Euro jährlich. Die Krankenversicherungspflicht endet mit Ablauf des Kalenderjahres, wenn der Grenzwert des laufenden Jahres und der Wert des folgenden Jahres (voraussichtlich) überschritten wird.

Andere Grenzwerte

Nicht alle Grenzwerte werden jährlich neu festgesetzt. Einige sind auch im Gesetz festgeschrieben. Dazu gehört beispielsweise die Geringfügigkeitsgrenze (Minijob) von 450 Euro. Diese soll aber nach den Plänen der neuen Bundesregierung künftig angehoben werden. Ebenfalls gesetzlich festgeschrieben und deshalb unverändert ist die Entgelthöhe für den Übergangsbereich zwischen 450,01 Euro und 1.300 Euro.

Die Berechnung

Maßgebend für die Berechnung der anzupassenden Grenzwerte ist die Einkommensentwicklung im vorvergangenen Jahr. Für die Festsetzung der Werte für 2022 wird also die Entgeltentwicklung des Jahres 2020 zugrunde gelegt. Aufgrund der Corona-Pandemie mit vielfacher Kurzarbeit, dem Abbau von Überstunden und anderen Maßnahmen, kam es nicht zu einer Erhöhung, bzw. in der Renten- und Arbeitslosenversicherung im Westen sogar zu einer Verringerung der
Entgeltsumme und damit der Beitragsbemessungsgrenze.

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Die aktuellen und die künftig geltenden Rechengrößen können Sie in unserem Steckbrief nachlesen:

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