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Beruflich veranlasster Umzug: Neue Pauschbeträge ab 1. Juni 2020

Zieht Ihr Arbeitnehmer aus beruflichen Gründen um, so können Sie die Kosten dafür übernehmen und zwar steuerfrei. Für die Kostenübernahme gelten gewisse Voraussetzungen und Obergrenzen. Grundlage für die Übernahme sind die Paragraphen §§ 6 bis 10 des BUKG. Das Bundesfinanzministerium hat die Obergrenzen zum 1. Juni 2020 angepasst. Grund ist das Inkrafttreten des Besoldungsstrukturenmodernisierungsgesetzes.

Welcher Umzug gilt als beruflich veranlasst?

Damit Ihr zuständiges Finanzamt die Kosten anerkennt, muss einer der folgenden drei Gründe vorliegen:

  • Der Arbeitnehmer nimmt eine Beschäftigung bei Ihnen auf (Neueinstellung).
  • Sie weisen dem Arbeitnehmer einen anderen Arbeitsplatz zu (neue Aufgabe oder Versetzung).
  • Die täglichen Fahrten von und zur Arbeitsstelle reduzieren sich um mindestens eine Stunde.

Interessant: Wenn Ihr Arbeitnehmer verheiratet ist und sich die beruflichen Fahrtzeiten der Partnerin oder des Partners durch den Umzug erheblich verlängern, ist das kein Grund für das Finanzamt, die Übernahme abzulehnen. Die Pendelzeiten der Ehefrau oder des Ehemanns werden nicht berücksichtigt.

Welche Kosten können Sie steuerlich absetzen?

Folgende Umzugskosten erkennt das Finanzamt an:

  • Kosten, die bei der Suche einer neuen Wohnung entstehen
  • Provisionen für Makler (bei Mietobjekten)
  • Reisekosten
  • Speditionskosten
  • Transportversicherung
  • Beteiligung an doppelt gezahlten Mieten (beispielsweise übergangsweise für Wohnungn an beiden Orten, wenn der Mietvertrag für die Wohnung am alten Wohnort noch läuft)
  • Weitere Kosten gegen Einzelnachweis, zum Beispiel Renovierung der alten Wohnung. Allerdings können Sie für die neue Wohnung nur die Renovierungskosten ansetzen, die in beruflich genutzen Räumen entstehen, beispielsweise das Arbeitszimmer.

Tipp: Viele der anfallenden Kosten eines Umzugs können zusätzlich anerkannt werden, allerdings nur gegen Nachweis. Bitten Sie Ihren Arbeitnehmer, möglichst für jede Ausgabe eine Quittung aufzubewahren.

Pauschbeträge ab 1. Juni 2020

  • Für den Berechtigten sind es bis zu 860 Euro. Bis 31. Mai 2020 waren es 820 Euro. Hat der Berechtigte aber vor dem Umzug (genauer gesagt vor dem Transport seiner Möbel) keine eigene Wohnung oder wird er nach dem Umzug keine eigene Wohnung mehr haben, so gilt ein Pauschbetrag von 172 Euro. Berufsanfänger, die vor dem ersten Job bei den Eltern gewohnt haben, müssen sich also auf eine geringere Pauschvergütung einstellen.
  • Für den Ehegatten oder Lebensgefährten: 573 Euro (bis 31. Mai 2020: 1.639 Euro).
  • Für jedes ledige Kind: 573 Euro. Das gilt auch für Stief- oder Pflegekinder. Bei allen Kindern gilt der Pauschbetrag unter der Voraussetzung, dass sie auch nach dem Umzug im gemeinsamen Haushalt leben. Bis zum 31. Mai 2020 lag der Pauschbetrag bei 361 Euro.

Hat Ihr Arbeitnehmer Kinder und benötigen diese zusätzlichen Unterricht, um den Anschluss an die neue Schule zu finden, können Sie sich ebenfalls hieran beteiligen: Seit dem 1. Juni 2020 können Sie Unterrichtskosten bis zu 1.146 Euro (bis 31. Mai 2020: 2.066 Euro) übernehmen.

Generell gilt: Sollten Sie die Kosten für den Umzug nicht übernehmen wollen, weisen Sie Ihren Arbeitnehmer darauf hin, dass er selbst alle Umzugskosten als Werbungskosten bei seiner Steuererklärung ansetzen kann. Wurden die Kosten für den Umzug von Ihnen als Arbeitgeber übernommen, so ist ein Werbungskostenabzug nicht möglich.

Quelle

Das Bundesfinanzministerium

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