Berufskrankheiten: Doppelt so viele Verdachtsanzeigen und drei Mal so viele Anerkennungen

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie schlagen sich sehr eindeutig in der Statistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) nieder. Im Jahr 2021 verzeichneten die Berufsgenossenschaften 226.611 Verdachtsanzeigen auf eine Berufskrankheit – mehr als doppelt so viele wie in 2020. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 (vor der Pandemie) waren es nur 80.132 Verdachtsanzeigen. Die Mehrheit der 226.611 Verdachtsanzeigen im Jahr 2021 entstanden im Zusammenhang mit einer COVID-19-Infektion. 152.173 Mal basierte der Verdacht auf Long- oder Post-Covid.

Insgesamt wurden letztes Jahr 123.228 Verdachtsanzeigen als Berufskrankheit anerkannt – die Summe hat sich gegenüber dem Vorjahr verdreifacht. Auch das ist in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle auf eine Corona-Infektion zurückzuführen (circa 100.000 Anzeigen). Diese Zahl kann sich noch erhöhen, da noch nicht über alle Verdachtsanzeigen abschließend entschieden ist.

Der Anstieg der Berufskrankheiten kam nicht unerwartet, seitdem COVID-19 bzw. die Spätfolgen der Infektion als anerkannte Berufskrankheit für Angestellte im Gesundheitswesen gilt. Außerdem müssen seit letztem Jahr Betroffene ihren Beruf nicht mehr aufgeben, damit ihre Berufskrankheit anerkannt wird.

Arbeits- und Wegeunfälle: Anstieg durch mehr Mobilität und mehr Anzeigen im Gesundheitswesen

Da im Jahr 2021 zumindest zeitweise weniger im Home Office gearbeitet wurde als im Vorjahr, stieg die Anzahl der Arbeitnehmer, die zur Arbeitsstelle pendeln und damit auch die Anzahl der Arbeits- bzw. Wegeunfälle: 804.774 Arbeitsunfälle (knapp 6 Prozent mehr als im Vorjahr) und 170.193 Wegeunfälle (gut 11 Prozent mehr). Die Zahl der Arbeitsunfälle stieg aber auch, weil sich mehr Angestellte im Gesundheitswesen während ihrer Arbeit mit dem COVID-19-Virus angesteckt haben. Insgesamt mussten die Berufsgenossenschaften im letzten Jahr 512 tödliche Arbeitsunfälle an die DGUV melden – größtenteils handelt es sich dabei um Menschen, die im Verlauf der Corona-Infektion verstarben. Die Anzahl der tödlichen Wegeunfälle hat sich 2021 nur in geringem Maße verringert: Hier gab es 231 Todesfälle zu verzeichnen (2020: 224).

Quelle:

DGUV

Bitte beachten Sie, dass die Statistik keine Zahlen der Unfallkasse Thüringen enthält.

Unser Service für Sie im Informationsportal

Wenn Ihrem Arbeitnehmer ein Arbeits- oder Wegeunfall passiert oder der Verdacht auf eine Berufskrankheit entsteht, müssen Sie dies Ihrer Berufsgenossenschaft melden. Die Voraussetzungen dazu können Sie in unserem Frage-Antwort-Katalog Unfall und Berufskrankheit prüfen.
Mehr Informationen dazu erfahren Sie in unseren Steckbriefen Unfall und Berufskrankheit.