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Betriebliche Altersvorsorge – gesetzlicher Arbeitgeberzuschuss

Mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) hat der Gesetzgeber in zwei Stufen Änderungen rund um die betriebliche Altersvorsorge (bAV) eingeführt. Zielsetzung ist dabei die von Ihnen als Arbeitgeber angebotene bAV zu fördern und Ihre Arbeitnehmer besser zu stellen. Hierzu wurde unter anderem die Betragsgrenze für die Steuerfreiheit heraufgesetzt.

Mit Wirkung zum 01.01.2019 wurde zudem der verpflichtende Arbeitgeberzuschuss eingeführt. Grundlage hierfür ist § 1a Abs. 1a BetrAVG. Diese Norm regelt die Verwendung der seitens der Arbeitgeber durch Entgeltumwandlungen eingesparten Sozialversicherungsbeiträge.

Betroffene Fälle und bAV-Verträge

Betriebliche Altersvorsorge: Für seit dem 01.01.2019 abgeschlossene Vereinbarung zur betrieblichen Altersvorsorge über

  • Pensionsfonds
  • Pensionskassen
  • Direktversicherungen

haben Sie als Arbeitgeber die durch Entgeltumwandlungen eingesparten Sozialversicherungsbeiträge verpflichtend als Arbeitgeberzuschuss an die jeweilige Versorgungseinrichtung zu zahlen. Der Zuschussbetrag ergibt sich gemäß § 1a Abs. 1a BetrAVG in Höhe von 15 Prozent des gewandelten Entgelts pauschal.

Für vor dem 01.01.2019 geschlossene Vereinbarungen zur bAV gilt diese Verpflichtung analog – jedoch erst ab dem 01.01.2022.

Berechnung der Beitragsersparnis

Durch die Entgeltumwandlungen und Zahlungen der entsprechenden Beträge im Rahmen der bAV reduziert sich das sozialversicherungspflichtige Entgelt. Grund dafür ist, dass die bAV-Zahlungen bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung West in der Sozialversicherung beitragsfrei sind (aktuell sind dies vier Prozent von 6.700 Euro monatlich).

Um die Ersparnis auf der Arbeitgeberseite zu berechnen wurden durch die Beitragsrechtliche Beurteilung von Beiträgen und Zuwendungen zum Aufbau bAV vom 21.11.2018 folgende Beitragszahlungen als zu berücksichtigen festgelegt:

  • Arbeitgeberanteile zur gesetzlichen Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung
  • Pauschalbeiträge für Minijobber
  • Arbeitgeberzuschuss zur Rentenversicherung durch berufsständische Einrichtungen.

Nicht berücksichtigt werden Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung sowie zur Umlage 1 und Umlage 2.

Berechnung erfolgt monatlich

Die Ersparnis auf der Arbeitgeberseite wird lediglich für den Monat der Entgeltwandlung betrachtet und der Zuschuss entsprechend geleistet. Eine Gesamtbetrachtung auf Jahresbasis oder eine Jahreskorrektur im Nachhinein sind nicht vorgesehen.

Sofern durch den Arbeitgeberzuschuss der Grenzbetrag der Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung überschritten wird, muss eine zusätzliche Verbeitragung durchgeführt werden, die der Arbeitgeber nicht gegen den gesetzlichen Zuschuss aufrechnen darf.

Wenn Sie das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) im Original lesen möchten, finden Sie dies über den hinterlegten Link.

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