Die Pandemie ist noch nicht vorbei – auch wenn man mitunter den Eindruck haben könnte. Es sind wieder Massenveranstaltungen ohne Beschränkungen erlaubt, Maskenpflicht gibt es nur noch in wenigen Bereichen (öffentlicher Personenverkehr, Krankenhäuser, Pflegeheime usw.).

Keine Entwarnung für Arbeitgeber

Für Sie als Arbeitgeber gibt es aber keine Entwarnung. Schon aus eigenem Interesse sollten Sie die Gefährdung einer Ansteckung mit dem Coronavirus für Ihre Beschäftigten so gut es geht minimieren. Dazu sind Sie nach der seit 1. Oktober 2022 (zunächst bis 7 April 2023) geltenden Corona-Arbeitsschutzverordnung (offizieller Name: SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung) verpflichtet. Aber wozu eigentlich genau?

Die Gefährdungsanalyse – das Maß der Dinge

Nach dem Arbeitsschutzgesetz sind Sie als Arbeitgeber verpflichtet, für jeden Arbeitsplatz eine Gefährdungsbeurteilung vorzunehmen. Zu den zu prüfenden Risiken gehört auch die Infektion mit dem Coronavirus. Die Corona-Arbeitsschutzverordnung schreibt das ausdrücklich vor. Sie müssen daher prüfen, welche Maßnahmen (je nach Arbeitsplatz) geeignet sind, das Infektionsrisiko zu minimieren. Diese Maßnahmen müssen Sie dann auch umsetzen.

Was schreibt die Corona-Arbeitsschutzverordnung vor?

Neben den individuell zu prüfenden Maßnahmen gehören standardmäßig die Hygiene- und Abstandsregeln zum Basisschutz. Darüber hinaus müssen Sie prüfen, ob und in welchen Fällen die Arbeit im Home-Office möglich ist. Die Pflicht, den Beschäftigten Home-Office anzubieten, ist zwar nicht mehr in der Verordnung vorgeschrieben. Aber Sie sind verpflichtet, im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu prüfen, ob Sie ein solches Angebot unterbreiten sollten. Es macht in vielen Fällen Sinn, Ihren Mitarbeitern Home Office – zumindest teilweise – anzubieten. Immerhin hat die Pandemie gezeigt, dass dies in vielen Fällen überraschend gut klappt und die Effizienz nicht leidet.

Impfen, impfen, impfen

Einer der – wesentlichen – Gründe, weshalb die Corona Pandemie viel von ihrem Schrecken verloren hat, liegt in der relativ hohen Impfquote. Die Impfung schützt zwar nicht unbedingt vor einer Ansteckung, in aller Regel aber vor einem schweren Verlauf der Krankheit.

Deshalb ist auch weiterhin die (Auffrischungs-) Impfung sinnvoll. Als Arbeitgeber müssen Sie Ihren Beschäftigten die Teilnahme an einer Impfung auch während der Arbeitszeit ermöglichen.

Noch ein Tipp: Fachleute befürchten aus verschiedenen Gründen ein vermehrtes Auftreten von Grippeinfektionen. Deshalb kann es sinnvoll sein, sich nicht nur gegen Corona, sondern auch gegen Grippe impfen zu lassen. Das geht auch in Kombination, also an einem Termin. Auch das können Sie Ihren Mitarbeitern nahelegen.

Zahlen fürs Home-Office?

Wenn Sie Ihren Beschäftigten die Arbeit im Home-Office ermöglichen, sparen Sie in der Regel Kosten. Sie brauchen die Büros nicht (oder nur in geringerem Maße) zu heizen und der Stromverbrauch reduziert sich auch. Dafür muss der Mitarbeiter zu Hause mehr heizen und hat einen höheren Stromverbrauch. Sie können diese Kosten jetzt ausgleichen – und das auch noch steuer- und beitragsfrei. Denn die Bundesregierung hat beschlossen, dass ein vom Arbeitgeber gezahlter so genannter Inflationsbonus von bis zu 3.000 Euro steuer- und beitragsfrei ausgezahlt werden kann. Allerdings muss die Zahlung zusätzlich zum normalen Gehalt erfolgen, darf also nicht verrechnet werden.

Mehr Informationen zur Inflationsausgleichsprämie finden Sie auf einer Website der Bundesregierung.

Was habe ich als Arbeitgeber von all diesen Maßnahmen?

Gesunde Mitarbeiter sind ein wichtiger Erfolgsfaktor für jedes Unternehmen. Krankheitsausfälle kosten viel Geld. Es geht ja nicht nur um die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall (die zumindest bei kleineren Betrieben teilweise durch die Entgeltfortzahlungsversicherung ersetzt wird), sondern auch um notwendige Überstunden der anderen Mitarbeiter, nicht termingerechter Auftragsabwicklung und viele andere Kosten.

Außerdem ist Mitarbeiterbindung das Thema der Zeit. Qualifizierte Fachkräfte sind nur schwer zu ersetzen. Und je besser sich Ihre Mitarbeiter angenommen und wertgeschätzt fühlen, desto treuer stehen sie zum Unternehmen.

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