Der Gemeinsame Bundesausschuss hat die Sonderreglung für eine telefonische Krankschreibung wieder aktiviert. Der Grund liegt auf der Hand: Die zu erwartenden steigenden Corona-Infektionszahlen bereiten Sorgen. Sollten die Patienten gezwungen sein, mit einer Infektion mit dem Covid-19-Virus eine Praxis zu betreten, könnte das dafür sorgen, dass sie noch mehr Menschen anstecken. Auch in Hinblick auf die Herbst- und Wintermonate, in denen die Fälle von Erkältungen und Grippen unweigerlich steigen, ist die Reaktivierung der Sonderregelung hilfreich, denn auch hier sorgt eine Verbreitung in Praxen für mehr Arbeitsausfälle.

Was gilt konkret?

Patienten, die an (leichten) Atemwegserkrankungen leiden, können sich telefonisch für bis zu sieben Tage arbeitsunfähig schreiben lassen. Der Hausarzt muss persönlich mit dem Patienten telefonieren, um den jeweiligen Zustand beurteilen zu können. Hat sich der Zustand nach der ersten Krankschreibung nicht verbessert, kann eine weitere telefonische Krankschreibung für nochmals längstens sieben Tage erfolgen.

Die Sonderregelung gilt vom 4. August bis zum 30. November 2022.

Welche weiteren Sonderreglungen gelten?

Um einer Überlastung von Arztpraxen entgegenzuwirken, gelten neben der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie diese weiteren Regelungen: Klinikärzte dürfen bei der Entlassung von Patienten häusliche Krankenpflege, Heil- und Hilfsmittel sowie Soziotherapie für bis zu 14 Tage verschreiben (vorher: sieben Tage).

Gibt es Änderungen für Arbeitgeber?

Seit 1. Januar 2022 können Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeits-Meldung (AU) im elektronischen Verfahren über ihr Entgeltabrechnungsprogramm oder sv.net abrufen. Die Krankenkassen erhalten die AU-Meldung bereits seit Anfang des Jahres elektronisch. Die Pilotphase zur elektronischen Arbeitsunfähigkeits-Meldung (eAU) läuft am 31.12.2022 aus, danach werden AU-Meldungen ausschließlich elektronisch übermittelt. Arbeitgeber sollten die Pilotphase nutzen, um die Übermittlung in ihrem Entgeltabrechnungsprogramm zu testen.

Quelle

Gemeinsamer Bundesausschuss

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