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Corona verschiebt Fristen und Grenzen

Durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie verschieben sich viele Prioritäten. Was im Februar noch wichtig und unaufschiebbar erschien, tritt heute in den Hintergrund. Wichtig ist nun, die Existenz des Betriebs zu sichern sowie die Gesundheit der Arbeitnehmer (und die eigene!) zu schützen. Das weiß auch der Gesetzgeber und hat daher Fristen und Grenzen der gegenwärtigen Lage angepasst.
Hier ein kleiner Überblick:

Künstlersozialabgabe: Abgabefrist und Zahlung später möglich

Generell muss jeder Betrieb, der künstlerische Leistungen in Anspruch nimmt, bis zum 31. März des Folgejahres eine Meldung bei der Künstlersozialkasse (KSK) abgeben. Wenn Sie wegen der Corona-Krise bisher nicht dazu gekommen sind, reicht dieses Jahr ein formloser Antrag: Schicken Sie eine E-Mail an abgabe@kuenstlersozialkasse.de, um eine Verlängerung der Frist bis zum 30. Juni 2020 zu erhalten.

Ist es Ihnen aufgrund massiver Umsatzeinbußen nicht möglich, die fällige Künstlersozialabgabe zu bezahlen, können Sie ebenso formlos bei der KSK darum bitten, dass die Zahlung gestundet wird oder dass Sie sie in Raten zahlen. Die E-Mail-Adresse ist dieselbe.

Weitere Infos zu Künstlersozialabgabe finden Sie auf den Seiten der KSK. 
Lesen Sie auch unsere News zum Thema Künstlersozialabgabe.

Mehr über die Künstlersozialkasse und Ihre möglichen Abgabepflichten lesen Sie in unserem Steckbrief Künstlersozialabgabe
Oder ermitteln Sie mit unserem Frage-Antwort-Katalog ob Sie abgabepflichtig sind.

Meldung zur Beschäftigung von Schwerbehinderten erst bis zum 30. Juni 2020

Arbeiten in Ihrem Betrieb mindestens 20 Arbeitnehmer, müssen Sie einen schwerbehinderten Menschen beschäftigen – oder eine Ausgleichsabgabe zahlen. Diese müssen Sie bis zum 31. März des Folgejahres an das Integrationsamt des Ortes zahlen, das für den Hauptsitz Ihres Betriebes zuständig ist. Auch hier hat Corona für eine Fristverlängerung gesorgt: Es reicht nun, wenn Sie bis zum 30. Juni 2020 eine Meldung machen und dann ggf. die Ausgleichsabgabe zahlen.
Mehr zum Thema lesen Sie in unserer News zum Thema Beschäftigung von Schwerbehinderten.

Kurzarbeitergeld: Erleichterter Zugang

Mit dem Sozialschutz-Paket hat der Gesetzgeber die Voraussetzungen verändert, unter denen Arbeitgeber Kurzarbeitergeld beantragen können: Jetzt reicht es, wenn zehn Prozent Ihrer Arbeitnehmer vom Arbeitsausfall (durch Corona oder andere nicht zu erwartende Ereignisse) betroffen sind. Das gilt rückwirkend ab dem 1. März 2020. Laut Bundesagentur für Arbeit haben bis zum 6. April bereits 650.000 Betriebe Bedarf an Kurzarbeitergeld gemeldet. Wie viele Arbeitnehmer davon betroffen sind und wie viel Kurzarbeitergeld tatsächlich abgerufen wird, lässt sich allerdings noch nicht sagen.

Um die Folgen von Corona abzumildern, zahlen Arbeitgeber seit dem 1. März keine Sozialversicherungsbeiträge mehr auf erhaltenes Kurzarbeitergeld. Was sich darüber hinaus beim Kurzarbeitergeld geändert hat, lesen Sie in unserer News Kurzarbeitergeld.

Studenten: Hinzuverdienst ohne Anrechnung auf Bafög

Studenten, die Bafög beziehen und gleichzeitig arbeiten, müssen die Hinzuverdienstgrenze beachten. Überschreitet ihr Arbeitsentgelt diese Grenze, wird die Höhe des Bafögs entsprechend verringert. Durch die Corona-Pandemie werden aber in vielen systemrelevanten Berufen händeringend Arbeitnehmer gesucht. Deshalb hat die Bundesregierung beschlossen, dass Hinzuverdienste aus systemrelevanten Bereichen nicht auf das Bafög angerechnet werden.

Altersvollzeitrentner dürfen erheblich hinzuverdienen

Bislang durften Rentner, die das Regelalter für den Rentenbeginn noch nicht erreicht hatten, bis zu 6.300 Euro zu ihrer Rente hinzuverdienen, ohne dass der Verdienst auf die Rente angerechnet wird. Aus demselben Grund wie bei den Studenten ist die Hinzuverdienstgrenze nun höher: Weil durch die Corona-Krise viele Arbeitskräfte fehlen, dürfen Altersvollrenter bis zu 44.590 Euro verdienen, ohne dass sie Kürzungen bei der Rente befürchten müssen. Das gilt für das gesamte Kalenderjahr 2020.

Mehr dazu lesen Sie in unserer New „Rentner dürfen mehr hinzuverdienen“. 

Unser Service für Sie im Informationsportal

Kompakte Informationen zu den obigen Themen finden Sie in unseren Steckbriefen.

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