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COVID-19 als Berufskrankheit auf dem Vormarsch

Die Corona-Pandemie ist weiter ein beherrschendes Thema. Jeder kann sich mit dem Virus SARS-CoV-2 infizieren und an COVID-19 erkranken. Immer wieder passiert es, dass eine Infektion auf bei jüngeren Menschen und leichten Verläufen zu langfristigen Schäden und Folgeerkrankungen führt. Dies wird auch als „Long Covid“ bezeichnet.

Arbeitnehmer in Gesundheits- und Pflegeberufen sind einer besonderen Gefahr ausgesetzt, sich zu infizieren und an COVID-19 zu erkranken. Wenn Gesundheit und Arbeitsfähigkeit danach dauerhaft beeinträchtigt sind, können Sie als Arbeitgeber eine Verdachtsanzeige bei Ihrer Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse stellen, damit die Erkrankung als Berufskrankheit anerkannt wird. Im Übrigen sind auch behandelnde Ärzte, die Krankenkassen und die Betroffenen selbst dazu berechtigt.

COVID-19 in der Liste der Berufskrankheiten

Die Voraussetzung für eine Anerkennung sind unter anderem, dass der Betroffene zu einer der folgenden Berufsgruppen gehört:

  • Gesundheits- und Krankendienst: Arbeit in Krankenhaüsern, Arztpraxen, Apotheken und Pflegedienstleistungen sowie bei Physiotherapie, Krankentransport und Rettungsdienst.
  • Wohlfahrtspflege: Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Familien sowie bei Menschen, die von Behinderungen, psychischen und Suchterkrankungen oder Obdachlosigkeit betroffen sind
  • Arbeit im Labor (wissenschaftlich oder medizinisch)

Darüber hinaus können auch Betroffenen auf eine Anerkennung hoffen, die in ihrem Beruf eine vergleichbare Tätigkeit ausüben und im selben Maße einem Infektionsrisiko ausgesetzt sind wie die oben genannten Berufsgruppen.

Zahl der Anzeigen wegen Verdacht einer COVID-19-Berufskrankheit steigt deutlich

Wenn Sie erkennen, dass einer Ihrer Arbeitnehmer wegen vermutlicher Langzeitfolgen einer Corona-Infektion dauerhaft beeinträchtigt ist, sollten Sie eine entsprechende Verdachtsanzeige einreichen. Solche Verdachtsanzeigen wegen Corona haben zuletzt rasant zugenommen: Allein im Januar und Februar 2021 gab es fast 48.000 Verdachtsanzeigen. Zum Vergleich: Im ganzen Jahr 2020 waren es „nur“ rund 30.000 Verdachtsanzeigen.

Nach Eingang der Anzeige entscheidet der Unfallversicherungsträger, ob die Berufskrankheit anerkannt wird. Bei einer Anerkennung kommen Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse für viele Leistungen auf, damit der Arbeitnehmer weiter in seinem Beruf arbeiten kann oder einen anderen Arbeitsplatz findet. Seit Beginn der Pandemie wurden bis Ende Februar 42.753 Fälle als Berufskrankheit wurden anerkannt.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) bietet in einem Merkblatt eine gute Zusammenfassung aller wichtigen Informationen zu COVID-19 als Berufskrankheit.

Unser Service für Sie im Informationsportal

Was müssen Sie als Arbeitgeber tun, wenn es in Ihrem Betrieb einen Arbeitsunfall gab oder jemand erkrankt ist? Unser Frage-Antwort-Katalog zu Unfall und Berufskrankheit hilft Ihnen konkret und individuell weiter. Das Wichtigste in Kürze ist im Steckbrief Berufskrankheit zusammengefasst.

Wie können und müssen Sie Ihre Arbeitnehmer vor Gefahren wie einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus schützen? In unseren aktuellen Meldungen finden Sie viele nützliche Infos dazu:

Und unsere Seite „Corona-Infos für Arbeitgeber“ fasst alles Wichtige, was Sie im Informationsportal zu dem Thema finden, für Sie kompakt zusammen.