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Satz des durchschnittlichen Zusatzbeitrags steigt 2021 auf 1,3 Prozent

Was ist der durchschnittliche Zusatzbeitrag?

Neben dem allgemeinen Beitragssatz erheben die Krankenkassen einen individuellen Zusatzbeitrag. Diesen müssen Sie als Arbeitgeber zur Hälfte tragen. Für bestimmte Personen gilt aber der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz, um den Wettbewerb der Krankenkassen nicht zu verzerren.

Wie und wann der Satz festgelegt wird, steht in § 242a SGB V. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gibt diesen Wert jeweils bis zum 1. November eines Kalenderjahres im Bundesanzeiger bekannt. Der Wert ergibt sich so:

  • Differenz aus den voraussichtlichen jährlichen Ausgaben der Krankenkassen und den voraussichtlichen jährlichen Einnahmen des Gesundheitsfonds.
  • Die Differenz wird durch die voraussichtlichen jährlichen beitragspflichtigen Einnahmen der Mitglieder aller Krankenkassen geteilt.
  • Dieser Wert wird mit 100 multipliziert.

In 2020 betrug der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz 1,1 Prozent. In 2021 steigt er auf 1,3 Prozent. Die Bekanntmachung des BMG für das Jahr 2021 wurde im Bundesanzeiger am 30. Oktober 2021 veröffentlicht. Grund für die Erhöhung ist die schwieriger gewordene Finanzsituation der Krankenkassen.

Wann ist der durchschnittliche Zusatzbeitrag für Arbeitgeber wichtig?

Wenn Ihr Arbeitnehmer bei Ihnen in Voll- oder Teilzeit arbeitet und gesetzlich krankenversichert ist, ist der kassenindividuelle Zusatzbeitrag relevant, den die Krankenkasse Ihres Arbeitnehmers festsetzt. Ob der steigen muss oder nicht, entscheidet die Krankenkasse. Für Minijobber sind nur die Beitragssätze relevant, die Sie bei der Minijob-Zentrale finden. Eine Übersicht über die Zusatzbeiträge finden Sie auf der Internetpräsenz des GKV-Spitzenverbandes. Ihr Entgeltabrechnungsprogramm stellt die aktuellen kassenindividuellen Zusatzbeiträge über die Beitragssatzdatei zur Verfügung. Hier ist es wichtig, dass Sie die Aktualisierung regelmäßig ausführen.

Relevant ist der durchschnittliche Zusatzbeitrag, wenn Ihr Arbeitnehmer privat krankenversichert ist. Für diese Arbeitnehmer zahlen Sie einen Beitragszuschuss, der sich aus der Hälfte des allgemeinen Beitragssatzes plus der Hälfte des durchschnittlichen Zusatzbeitrags ergibt. Die Obergrenze ist die Hälfte des tatsächlich vom Arbeitnehmer gezahlten Beitrags. Das heißt: Liegt Ihr bisheriger Beitragszuschuss unter der Obergrenze, müssen Sie den Beitragszuschuss 2021 erhöhen, und zwar um 0,1 Prozentpunkte auf 0,65 Prozent.

Der durchschnittliche Zusatzbeitrag ist aber auch relevant für andere Gruppen von Arbeitnehmern. Hier zahlen Sie als Arbeitgeber alleine die Beiträge zur Sozialversicherung inklusive des Zusatzbeitrages. Wer das ist, regelt § 242 Abs. 3 SGB V. Dazu zählen u.a.

  • Beschäftigte im Bundesfreiwilligendienst oder während eines gesetzlich geregelten freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahrs,
  • Auszubildende, die nicht mehr als 325 Euro im Monat verdienen (ohne eine Sonderzahlung),
  • Menschen mit Behinderungen in besonderen Einrichtungen, wenn das Arbeitsentgelt kleiner als der Mindestbetrag nach § 235 Abs. 3 SGB V ist.

Unser Service für Sie im Informationsportal

Für die besonderen Gruppen von Arbeitnehmern haben wir Informationen in unseren Steckbriefen:

In unseren Frage-Antwort-Katalogen zu Neueinstellungen  werden solche Kriterien ebenfalls berücksichtigt.

 

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