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Elterngeld ab 1. September 2021: Reform macht mehr Teilzeit möglich

Reform zum 1. September 2021 wirksam

Seit dem 1. September gelten neue Regelungen zum Elterngeld. Die Basis bleibt unverändert: Maximal 14 Monate für beide Elternteile oder Alleinerziehende und maximal 1.800 Euro sind die Ausgangsregel. Ausgeschlossen bleiben Topverdiener von jetzt 250.000 Euro bei Alleinerziehenden und 300.000 Euro Jahreseinkommen bei Paaren.

Wer aber ElterngeldPlus wählt, kann noch länger in Teilzeit arbeiten. Dazu gibt es einen Monat länger Elterngeld bei Geburt eines Frühchens. Ein Nachweis zur Teilzeit ist nur noch ausnahmsweise erforderlich, was etwas weniger Bürokratie auch für Arbeitgeber bedeutet. Eltern finden viele Informationen auf der Seite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSJ).

Länger Teilzeit bei ElterngeldPlus

Für Arbeitgeber ist wichtig, dass ein Arbeitnehmer seine Teilzeit auch auf bis 28 Monate verlängern kann. Bei dieser Form wird der Anspruch auf Elterngeld auf die Hälfte des sogenannten „fiktiven Basiselterngelds reduziert und gleichzeitig die maximale Elternzeit verdoppelt. Ihre Arbeitnehmer sollten also vorher klären, wie sich das genau berechnet und was es für die Haushaltskasse bedeutet. Er kann auch jeden Monat neu entscheiden, welche Form des Elterngeldes er in Anspruch nehmen will.

Ein weitere Verbesserung für die Eltern: Wenn sie Krankengeld oder Kurzarbeitergeld bekommen, ändert das nichts mehr an der Höhe des Elterngelds.

Bis 32 Wochenstunden statt 30 Stunden möglich

Wenn Ihr Arbeitnehmer Elterngeld beziehen will, darf er eine bestimmte Obergrenze bei der Arbeitszeit nicht überschreiten. Das waren bisher 30 Wochenstunden. Jetzt sind es zwei Stunden mehr. Es dürfen also 32 Wochenstunden sein, z. B. acht Stunden an vier Tagen die Woche.

Auch der Korridor für den Partnerschaftsbonus wurde erweitert. Den Bonus bekommen Paare, wenn sie beide zwei bis vier zusammenhängende Monate in Teilzeit arbeiten. Der Korridor dazu liegt jetzt zwischen 24 und 32 Wochenstunden statt 25 bis 30 Stunden wie bisher. Die Sonderregeln zu Corona bleiben übrigens bis Ende des Jahres 2021 in Kraft. Wenn also wegen der Pandemie mehr gearbeitet werden muss als geplant, entfällt die Rückzahlung. Mehr dazu in unserer Meldung „Corona: Wie wirkt sich die Pandemie auf die Elternzeit aus?“

Was Sie als Arbeitgeber sonst noch beachten sollten

Wenn Ihr Arbeitnehmer sein erstes Kind bekommen hat, ändert sich seine sogenannte Elterneigenschaft. Der Beitrag zur sozialen Pflegeversicherung reduziert sich. Dies müssen Sie bei der Beitragsberechnung beachten.

Quellen

Die Reform beim Elterngeld wurde mit dem Zweiten Gesetz zur Änderung des Bundeselterngeld- und Elternteilzeitgesetzes zu Beginn des Jahres beschlossen. Die Neuregelungen treten zum 1. September 2021 in Kraft. Den vollständigen Text des Gesetzes zum Elterngeld und zur Elternzeit (Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz – BEEG) finden Sie unter dem Link.

Unser Service für Sie im Informationsportal

Alles Wichtige zum Thema finden Sie in unserem Steckbrief Elterneigenschaft kompakt erläutert.

Wenn es konkret um Ihren Arbeitnehmer geht, haben wir auch passende Frage-Antwort-Kataloge für Sie. Darin werden Sie gezielt nach allem gefragt, was in einer bestimmten Geschäftssituation in der Sozialversicherung wichtig ist. Im Ergebnis erhalten Sie die passenden Hinweise. Bei der Elternzeit haben wir zwei Frage-Antwort-Kataloge:

Bereits vor der Geburt ist das Thema Mutterschutz wichtig. Dazu haben wir einen Frage-Antwort-Katalog Werdende Mutter und einen Steckbrief Mutterschutz. Für Experten kann das Gemeinsame Rundschreiben zu Leistungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft wichtig sein, dass Sie in unserer SV-Bibliothek unter Entgeltersatzleistungen finden.

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