Wie ist die Grundregel bei Arbeitgeberzuschüssen?

Arbeitgeberzuschüsse zu Fahrkarten des ÖPNV sind von der Steuer befreit – und damit auch beitragsfrei in der Sozialversicherung. Achtung, Bürokratiedeutsch: Hier greift das sogenannte „Zusätzlichkeitserfordernis“. Das bedeutet, die Steuerfreiheit ist gegeben, weil die Zuschüsse zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden. Und daher sind sie auch beitragsfrei. Voraussetzung ist, dass der Zuschuss auf die Höhe der tatsächlichen Aufwendungen des Arbeitnehmers beschränkt ist. Nun sind in vielen Tarif- oder Arbeitsverträgen bestimmte Zuschüsse vereinbart. Ist das ein prozentualer Satz, gibt es beim Neun Euro Ticket keine Probleme, weil der Zuschuss entsprechend sinkt. Gleiches gilt, wenn Sie die Kosten jeweils zu 100 Prozent ersetzen.

Schwieriger wird es, wenn Sie einen bestimmten Eurobetrag als Zuschuss vereinbart haben. Denn dann übersteigt der von Ihnen gezahlte Zuschuss ja die tatsächlichen Kosten für das Ticket, jedenfalls in den Monaten Juni bis August.

Vereinfachungsregelung des Finanzministeriums

Das Bundesfinanzministerium hat für diesen Fall eine Vereinfachungsregelung herausgegeben. Danach wird nicht beanstandet, wenn die Zuschüsse des Arbeitgebers in diesen Monaten die tatsächlichen Aufwendungen des Arbeitnehmers übersteigen. Allerdings nur, wenn die Zuschüsse auf Jahressicht die gesamten Kosten des Arbeitnehmers nicht übersteigen. Sonst ist der Differenzbeitrag steuer- und damit auch beitragspflichtig. Das BMF-Schreiben können Sie auf der Website des Ministeriums herunterladen.

Beispiel

Sie haben mit Ihrem Arbeitnehmer vereinbart, einen Zuschuss von 80 Euro monatlich zu den Fahrtkosten zu zahlen. Die Monatskarte des ÖPNV kostet normalerweise 100 Euro. In den Monaten Juni bis August aber natürlich nur 9 Euro. Sie müssen für die Jahresbetrachtung folgende Rechnung aufmachen:

Tatsächliche Kosten: 9 x 100 Euro zzgl. 3 x 9 Euro – zusammen 927 Euro.
Ihr Zuschuss: 12 x 80 Euro = 960 Euro.
Ihr Zuschuss liegt also – aufs Jahr gesehen – um 33 Euro höher als die tatsächlichen Kosten. Dieser Betrag ist steuer- und damit auch beitragspflichtig. Das müssen Sie dann spätestens mit der Abrechnung im Dezember so abführen.

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