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Homeoffice in der Diskussion

Arbeitsplätze ins Homeoffice zu verlegen, gewinnt in unserer Arbeitswelt immer mehr an Bedeutung. Allerdings ist die anfängliche Euphorie durch die vorliegenden Praxiserfahrungen etwas relativiert worden.

Unstrittig bietet eine Homeoffice-Nutzung spürbare Vorteile. Allerdings bedarf es einer sorgfältigen Planung und guten organisatorischen Vorbereitung, um damit verbundene Probleme nicht überwiegen zu lassen.

Vorzüge von Homeoffice-Tätigkeit

Die Vorteile von Homeoffice-Arbeit sind offensichtlich und auch viel beschrieben. Beispielsweise werden diese gesehen in

  • der flexiblen Arbeitszeitgestaltung,
  • wegfallenden Pendelzeiten,
  • besserer Vereinbarkeit von Familie und Beruf,
  • ungestörterer Arbeit,
  • der reduzierten Zahl vorzuhaltender Arbeitsplätze im Unternehmen.

Problempunkte von Homeoffice-Arbeit

Allerdings gibt es auch Probleme, denen Sie als Arbeitgeber bei der Organisation von Homeoffice-Regelungen Beachtung schenken sollten. Unter anderem werden folgende Aspekte beschrieben:

  • Es ist ein starkes Maß an Selbstdisziplin und Eigenorganisation der Arbeitnehmer notwendig, damit Arbeit effizient geleistet wird.
  • Arbeitszeiten verlängern sich und verschieben sich auf spätere Zeiten, wodurch der aktive Freizeit- und Erholungszeitraum kleiner wird.
  • Die unternehmensinterne Kommunikation ist schwieriger zu organisieren, Arbeitsgemeinschaft wird anders erlebt.
  • Homeoffice-Optionen als Belohnung sorgen für unternehmensinterne Spannungen.
  • Es entstehen aufgrund der Abwesenheit im Unternehmen ggf. Nachteile für die eigene Karriere.
  • Arbeitsplätze im Homeoffice müssen ergonomisch und gemäß der Unfallverhütungsvorschriften eingerichtet sein.
  • Datenschutzvorgaben sind nicht immer einfach umzusetzen.
  • Nicht jeder Job ist für das Homeoffice geeignet.

Keine einseitige Zuweisung von Homeoffice

Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg (LAG) hat festgestellt, dass einseitig vom Arbeitgeber angeordnete Homeoffice- bzw. Tele-Arbeit unzulässig ist, sofern diese arbeitsvertraglich nicht vorgesehen ist.

Die Richter des LAG (Urteil 17 Sa 562/18) begründen dies damit, dass die Umstände der Telearbeit sich in erheblicher Weise von einer Tätigkeit unterscheiden, die in einer Betriebsstätte zu verrichten ist. Auch vorhandenes Interesse anderer Arbeitnehmer an Telearbeit führt nicht zu einer entsprechenden Erweiterung des Weisungsrechts des Arbeitgebers im Sinne des § 106 GewO.

Mehr Gedanken zum Thema Homeoffice können Sie auch im Artikel „Huch? Alle weg!“ des topeins-Magazins der DGUV lesen.

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