{"id":18389,"date":"2026-07-28T06:00:00","date_gmt":"2026-07-28T04:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.informationsportal.de\/ikkbb\/?p=18389"},"modified":"2026-07-27T15:35:45","modified_gmt":"2026-07-27T13:35:45","slug":"arbeitgeber-und-das-gkv-beitragssatzstabilisierungsgesetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.informationsportal.de\/ikkbb\/arbeitgeber-und-das-gkv-beitragssatzstabilisierungsgesetz\/","title":{"rendered":"Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Was Arbeitgeber in der Entgeltabrechnung jetzt beachten sollten"},"content":{"rendered":"\n<h2 id=\"h-1-die-wichtigsten-zeitpunkte-im-uberblick\" class=\"wp-block-heading\">1. Die wichtigsten Zeitpunkte im \u00dcberblick<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem verabschiedeten Gesetz sind insbesondere folgende Starttermine vorgesehen:<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-ab-01-01-2027\" class=\"wp-block-heading\"><strong>Ab 01.01.2027<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Anpassung des pauschalen Krankenversicherungsbeitrags bei Minijobs<\/li>\n\n\n\n<li>Anhebung der Jahresarbeitsentgeltgrenze<\/li>\n\n\n\n<li>Regelung zur h\u00f6heren Beitragsbemessungsgrenze in der GKV<\/li>\n\n\n\n<li>Einschr\u00e4nkung des Krankengeldanspruchs bei sehr hoher Teilrente<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 id=\"h-ab-01-01-2028\" class=\"wp-block-heading\"><strong>Ab 01.01.2028<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Beitragszuschlag f\u00fcr bestimmte familienversicherte Ehegatten und Lebenspartner<\/li>\n\n\n\n<li>Einf\u00fchrung der Teilarbeitsunf\u00e4higkeit<\/li>\n\n\n\n<li>Einf\u00fchrung des teilweisen Krankengeldes<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig ist dabei: F\u00fcr die praktische Umsetzung werden zus\u00e4tzlich noch technische Vorgaben, Datensatzanpassungen und Verfahrensbeschreibungen ben\u00f6tigt.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-2-minijobs-der-pauschale-krankenversicherungsbeitrag-des-arbeitgebers-andert-sich\" class=\"wp-block-heading\">2. Minijobs: Der pauschale Krankenversicherungsbeitrag des Arbeitgebers \u00e4ndert sich<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was ist geregelt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr geringf\u00fcgig Besch\u00e4ftigte, die gesetzlich krankenversichert sind, soll der vom Arbeitgeber zu tragende pauschale Krankenversicherungsbeitrag k\u00fcnftig nicht mehr auf dem bisherigen, seit 2006 unver\u00e4nderten Niveau bleiben. Stattdessen setzt er sich aus zwei Bestandteilen zusammen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>dem allgemeinen Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung (aktuell 14,6 %)<\/li>\n\n\n\n<li>dem durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz (aktuell 2,9 %)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einfach gesagt: Der pauschale Krankenversicherungsbeitrag f\u00fcr Minijobs wird k\u00fcnftig st\u00e4rker an die allgemeine Beitragsentwicklung in der GKV angepasst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Warum ist das relevant?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Arbeitgeber ist das vor allem eine \u00c4nderung im Beitragssatz und damit zun\u00e4chst eine Frage der korrekten Systempflege. Der zugrunde liegende Beitrag wird nicht mehr als bislang konstanter Wert behandelt, sondern orientiert sich an den jeweils ma\u00dfgeblichen GKV-S\u00e4tzen. Dieser Wert wird mit der Stammdatendatei nach <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/sgb_4\/__98a.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00a7 98a SGB IV<\/a> zur Verf\u00fcgung gestellt und in den Entgeltabrechnungsprogrammen \u00fcbernommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zus\u00e4tzlich wirkt sich die \u00c4nderung auf den \u00dcbergangsbereich aus. Der Gesetzgeber will sicherstellen, dass die Beitragsbelastung beim \u00dcbergang von geringf\u00fcgiger Besch\u00e4ftigung in den \u00dcbergangsbereich nicht sprunghaft ansteigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was bedeutet das in der Praxis?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der vorliegenden Einsch\u00e4tzung sind die Auswirkungen f\u00fcr die laufende Entgeltabrechnung eher \u00fcberschaubar:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Der neue Wert muss in der Stammdatendatei nach \u00a7 98a SGB IV hinterlegt und dann in das Entgeltanrechnungsprogramm \u00fcbernommen werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Betroffen ist insbesondere das Feld zum pauschalen KV-Beitrag.<\/li>\n\n\n\n<li>Entgeltabrechnungsprogramme k\u00f6nnen bereits heute Beitragssatz\u00e4nderungen sauber verarbeiten.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wo ist noch Kl\u00e4rungsbedarf?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch offen ist insbesondere die technische Umsetzung in den Verfahren, zum Beispiel:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Wird der Zusatzbeitrag im Beitragsnachweis separat ausgewiesen?<\/li>\n\n\n\n<li>Oder wird k\u00fcnftig ein einheitlicher pauschaler Gesamtbeitragssatz verarbeitet?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Arbeitgeber hei\u00dft das: Der fachliche Grundsatz ist erkennbar, die konkrete Darstellung in Datens\u00e4tzen und Nachweisen d\u00fcrfte aber erst mit den technischen Festlegungen abschlie\u00dfend gekl\u00e4rt werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-3-neuer-beitragszuschlag-bei-der-familienversicherung-arbeitgeber-sollen-nicht-selbst-prufen\" class=\"wp-block-heading\">3. Neuer Beitragszuschlag bei der Familienversicherung: Arbeitgeber sollen nicht selbst pr\u00fcfen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Worum geht es?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab 2028 ist ein Beitragszuschlag f\u00fcr bestimmte familienversicherte Ehegatten und Lebenspartner vorgesehen. Die beitragsfreie Familienversicherung von Kindern bleibt dagegen ausdr\u00fccklich bestehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Einordnung:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Familienversicherung bedeutet, dass bestimmte Angeh\u00f6rige \u00fcber ein Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung mitversichert sind, ohne selbst eigene Beitr\u00e4ge zu zahlen. K\u00fcnftig soll das bei Ehegatten und Lebenspartnern in bestimmten F\u00e4llen nicht mehr vollst\u00e4ndig beitragsfrei bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Zuschlag soll 2,5 Prozentpunkte betragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wer pr\u00fcft die Voraussetzungen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist f\u00fcr Arbeitgeber der entscheidende Punkt:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Krankenkassen sollen feststellen, ob ein Zuschlag anf\u00e4llt oder ob eine Ausnahme vorliegt. Arbeitgeber sollen keine eigene Pr\u00fcfung famili\u00e4rer Verh\u00e4ltnisse vornehmen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn Fragen wie Familienstatus, Ausnahmetatbest\u00e4nde oder \u00c4nderungen in den pers\u00f6nlichen Verh\u00e4ltnissen geh\u00f6ren nicht in die origin\u00e4re Pr\u00fcfungspflicht der Entgeltabrechnung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was m\u00fcssen Arbeitgeber dann tun?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Arbeitgeber werden nach der gesetzlichen Regelung von der Krankenkasse elektronisch informiert,<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>ob ein Zuschlag anzuwenden ist und<\/li>\n\n\n\n<li>ab welchem Zeitpunkt er gilt.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entf\u00e4llt die Zuschlagspflicht sp\u00e4ter wieder, soll die Krankenkasse auch das elektronisch melden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Entgeltabrechnung bedeutet das voraussichtlich:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Anpassung der Beitragsberechnung<\/li>\n\n\n\n<li>m\u00f6gliche Anpassung von Beitragsnachweisen<\/li>\n\n\n\n<li>eventuell Einf\u00fchrung eines neuen Meldeverfahren<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Praktische Bewertung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese \u00c4nderung ist fachlich bedeutend, aber nicht deshalb, weil Arbeitgeber neue Familienpr\u00fcfungen durchf\u00fchren m\u00fcssten. Der eigentliche Aufwand liegt eher in der technischen Umsetzung.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-4-teilarbeitsunfahigkeit-ein-neues-modell-zwischen-arbeitsunfahig-und-arbeitsfahig\" class=\"wp-block-heading\">4. Teilarbeitsunf\u00e4higkeit: Ein neues Modell zwischen \u201earbeitsunf\u00e4hig\u201c und \u201earbeitsf\u00e4hig\u201c<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was ist neu?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">K\u00fcnftig soll es m\u00f6glich sein, dass Besch\u00e4ftigte trotz \u00e4rztlich festgestellter Arbeitsunf\u00e4higkeit teilweise ihre bisherige T\u00e4tigkeit aus\u00fcben. Geplant sind feste Stufen von:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>25 Prozent<\/li>\n\n\n\n<li>50 Prozent<\/li>\n\n\n\n<li>75 Prozent der regelm\u00e4\u00dfigen w\u00f6chentlichen Arbeitszeit<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Voraussetzung ist unter anderem:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>eine nicht nur geringf\u00fcgige Erkrankung,<\/li>\n\n\n\n<li>eine voraussichtlich l\u00e4ngere Dauer der Arbeitsunf\u00e4higkeit,<\/li>\n\n\n\n<li>eine \u00e4rztliche Feststellung der Teilarbeitsunf\u00e4higkeit und<\/li>\n\n\n\n<li>die Zustimmung von Arbeitgeber und Arbeitnehmer.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Warum ist das f\u00fcr Arbeitgeber wichtig?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Regelung ist deutlich mehr als eine reine Beitragssatz\u00e4nderung. Sie betrifft unmittelbar:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>die Fehlzeitenverwaltung<\/li>\n\n\n\n<li>das eAU-Verfahren (elektronische Arbeitsunf\u00e4higkeitsbescheinigung)<\/li>\n\n\n\n<li>die Entgeltabrechnung im Rahmen der Ermittlung der Entgeltfortzahlung<\/li>\n\n\n\n<li>das AAG-Verfahren (Erstattung von Aufwendungen bei Entgeltfortzahlung)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wie wirkt sich das konkret aus?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Grundgedanke ist:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>F\u00fcr den tats\u00e4chlich geleisteten Teil der Arbeit erh\u00e4lt der Besch\u00e4ftigte Arbeitsentgelt.<\/li>\n\n\n\n<li>F\u00fcr den krankheitsbedingt nicht geleisteten Teil besteht ein anteiliger Anspruch auf Entgeltfortzahlung.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig ist dabei: Die bekannte H\u00f6chstdauer der Entgeltfortzahlung wird dadurch nicht verl\u00e4ngert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was sollten Arbeitgeber organisatorisch vorbereiten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade hier empfiehlt sich fr\u00fchzeitig ein klarer interner Prozess:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Wer entscheidet, ob ein Arbeitsplatz f\u00fcr Teilarbeitsunf\u00e4higkeit geeignet ist?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Wie wird die Zustimmung beider Parteien dokumentiert?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Wie werden Arbeitszeit, Entgelt und Fehlzeit systemseitig aufgeteilt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Wie werden F\u00fchrungskr\u00e4fte eingebunden, damit betriebliche und gesundheitliche Anforderungen zusammenpassen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Praktische Herausforderung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Teilarbeitsunf\u00e4higkeit ist nicht nur ein neues medizinisches Merkmal, sondern ein neuer Abrechnungsfall. Systeme m\u00fcssen k\u00fcnftig unterscheiden k\u00f6nnen zwischen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>regul\u00e4rer Arbeitsunf\u00e4higkeit,<\/li>\n\n\n\n<li>teilweiser Arbeitsleistung,<\/li>\n\n\n\n<li>anteiligem Entgelt,<\/li>\n\n\n\n<li>anteiliger Entgeltfortzahlung und<\/li>\n\n\n\n<li>korrekter Meldelogik.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier ist mit sp\u00fcrbarem Umsetzungsaufwand zu rechnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-5-teilweises-krankengeld-neuer-informationsbedarf-zwischen-krankenkasse-und-arbeitgeber\" class=\"wp-block-heading\">5. Teilweises Krankengeld: Neuer Informationsbedarf zwischen Krankenkasse und Arbeitgeber<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was ist geregelt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Besch\u00e4ftigte w\u00e4hrend einer \u00e4rztlich festgestellten Teilarbeitsunf\u00e4higkeit teilweise arbeiten, sollen sie f\u00fcr den ausfallenden Teil ein teilweises Krankengeld erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das bedeutet vereinfacht:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Der Arbeitgeber zahlt das anteilige Arbeitsentgelt f\u00fcr die tats\u00e4chlich geleistete Arbeit.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Krankenkasse zahlt ein teilweises Krankengeld f\u00fcr den verbleibenden krankheitsbedingten Ausfall.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Warum ist das f\u00fcr die Entgeltabrechnung relevant?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Aufteilung klingt logisch, wirft in der Praxis aber viele Detailfragen auf. Betroffen sein k\u00f6nnen insbesondere:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>das EEL-Verfahren (elektronische Entgeltbescheinigung f\u00fcr Entgeltersatzleistungen)<\/li>\n\n\n\n<li>die Bewertung von Arbeitgeberzusch\u00fcssen zum Krankengeld<\/li>\n\n\n\n<li>die Behandlung weitergew\u00e4hrter Arbeitgeberleistungen nach \u00a7 23c SGB IV<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wo ist noch vieles offen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gesetzestext zeigt selbst, dass hier noch erheblicher Kl\u00e4rungsbedarf besteht. Offen sind unter anderem Fragen wie:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Muss im EEL-Verfahren k\u00fcnftig h\u00e4ufiger oder anders gemeldet werden?<\/li>\n\n\n\n<li>Wie sind Krankengeldzusch\u00fcsse zu behandeln?<\/li>\n\n\n\n<li>Wie sind weitergew\u00e4hrte Arbeitgeberleistungen beitragsrechtlich zu bewerten?<\/li>\n\n\n\n<li>Was gilt bei Mehrfachbesch\u00e4ftigungen?<\/li>\n\n\n\n<li>Welche Besonderheiten ergeben sich bei Besch\u00e4ftigungen im \u00dcbergangsbereich?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Arbeitgeber ist deshalb wichtig:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die fachliche Richtung ist erkennbar, die abrechnungstechnischen Details sind aber noch nicht abschlie\u00dfend ausdefiniert. Hier werden weitere Vorgaben der Selbstverwaltung und der Verfahrensbeteiligten entscheidend sein.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-6-hohere-jahresarbeitsentgeltgrenze-und-hohere-beitragsbemessungsgrenze-ab-2027\" class=\"wp-block-heading\">6. H\u00f6here Jahresarbeitsentgeltgrenze und h\u00f6here Beitragsbemessungsgrenze ab 2027<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was \u00e4ndert sich?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAE-Grenze) soll ab 2027 zus\u00e4tzlich einmalig&nbsp;3.600 Euro erh\u00f6ht werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurz erkl\u00e4rt:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die JAE-Grenze ist die Einkommensgrenze, ab der Besch\u00e4ftigte grunds\u00e4tzlich aus der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung herausfallen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zus\u00e4tzlich soll auch die Beitragsbemessungsgrenze in der GKV eigenst\u00e4ndig entsprechend angehoben werden. Das ist die Obergrenze, bis zu der Einkommen f\u00fcr die Beitragsberechnung herangezogen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was bedeutet das f\u00fcr Arbeitgeber?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese \u00c4nderung betrifft vor allem Besch\u00e4ftigte mit h\u00f6herem Einkommen. Arbeitgeber m\u00fcssen genauer pr\u00fcfen,<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>ob Versicherungspflicht oder Versicherungsfreiheit vorliegt,<\/li>\n\n\n\n<li>welche Grenze f\u00fcr welchen Personenkreis gilt und<\/li>\n\n\n\n<li>ob ein Bestandsschutz greift.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was bedeutet Bestandsschutz?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die am 31.12.2026 bereits wegen \u00dcberschreitens der bisherigen Jahresarbeitsentgeltgrenze versicherungsfrei und privat krankenversichert waren, soll die zus\u00e4tzliche Erh\u00f6hung im Jahr 2027 nicht gelten. F\u00fcr diesen Personenkreis soll die bisherige Grenze fortgeschrieben werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das macht die Beurteilung ab 2027 komplexer. Arbeitgeber m\u00fcssen dann voraussichtlich zwischen verschiedenen Fallgruppen unterscheiden. Es ist zu beachten, dass der Bestandsschutz f\u00fcr Besch\u00e4ftigte, die am 31. Dezember 2002 versicherungsfrei und<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">privat krankenversichert waren, bestehen bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Praktische Folge<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die j\u00e4hrliche Pr\u00fcfung zum Jahreswechsel wird aufwendiger. Gerade bei privat krankenversicherten Besch\u00e4ftigten sollte die Dokumentation sorgf\u00e4ltig erfolgen.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-7-krankengeld-und-teilrente-fur-arbeitgeber-eher-ein-randthema\" class=\"wp-block-heading\">7. Krankengeld und Teilrente: F\u00fcr Arbeitgeber eher ein Randthema<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab 2027 soll ein Krankengeldanspruch ausgeschlossen sein, wenn eine Teilrente wegen Alters von mehr als zwei Dritteln der Vollrente bezogen wird. Hintergrund ist, missbr\u00e4uchliche Gestaltungen zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Arbeitgeber hat das voraussichtlich nur geringe direkte Auswirkungen. Im Alltag d\u00fcrfte das Thema vor allem dann relevant werden, wenn Krankengeldanspr\u00fcche und Rentenbezug parallel zu beurteilen sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der unmittelbare Anpassungsbedarf in der Entgeltabrechnung ist hier im Vergleich zu den anderen Vorhaben eher gering.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-8-was-arbeitgeber-jetzt-schon-tun-sollten\" class=\"wp-block-heading\">8. Was Arbeitgeber jetzt schon tun sollten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch wenn nicht alle technischen Details feststehen, k\u00f6nnen Arbeitgeber und Entgeltabrechnungs-Verantwortliche bereits heute sinnvolle Vorbereitungen treffen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Umsetzung des Gesetzes in der Praxis aktiv beobachten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade bei den Themen Familienversicherungszuschlag, Teilarbeitsunf\u00e4higkeit und teilweises Krankengeld ist mit weiteren Konkretisierungen zu rechnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Softwareanbieter und Abrechnungs-Dienstleister fr\u00fchzeitig einbinden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele \u00c4nderungen werden nur mit angepassten Datens\u00e4tzen, Feldern und Rechenlogiken korrekt umsetzbar sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Stammdaten- und Meldeprozesse pr\u00fcfen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insbesondere bei Minijobs, neuen Beitragss\u00e4tzen und m\u00f6glichen Zuschlagskennzeichen sollte fr\u00fchzeitig gepr\u00fcft werden, welche Felder und Prozesse betroffen sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4. Interne Zust\u00e4ndigkeiten festlegen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Teilarbeitsunf\u00e4higkeit braucht es klare Abstimmungen zwischen HR, Entgeltabrechnung, F\u00fchrungskr\u00e4ften und gegebenenfalls dem betrieblichen Eingliederungsmanagement.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>5. Testf\u00e4lle vorbereiten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sobald technische Spezifikationen vorliegen, sollten typische Konstellationen fr\u00fch getestet werden, etwa:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Minijob<\/li>\n\n\n\n<li>\u00dcbergangsbereich<\/li>\n\n\n\n<li>Familienversicherungszuschlag<\/li>\n\n\n\n<li>r\u00fcckwirkende Kassenmeldung<\/li>\n\n\n\n<li>Teilarbeitsunf\u00e4higkeit mit 25, 50 oder 75 Prozent<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>6. Mitarbeitende in Fachbereich und der Entgeltabrechnung schulen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade bei neuen Mischf\u00e4llen aus Arbeitsentgelt, Entgeltfortzahlung und Krankengeld ist ein einheitliches Verst\u00e4ndnis wichtig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz bringt f\u00fcr Arbeitgeber keine einheitliche \u201egro\u00dfe Reform\u201c, sondern mehrere \u00c4nderungen mit ganz unterschiedlicher Reichweite:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Anpassung beim Minijob ist vor allem ein Thema der Beitragss\u00e4tze und Stammdaten.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Beitragszuschlag zur Familienversicherung ist technisch anspruchsvoll, soll fachlich aber von den Krankenkassen gesteuert werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Teilarbeitsunf\u00e4higkeit und teilweises Krankengeld sind die mit Abstand praxisrelevantesten Neuerungen f\u00fcr die Entgeltabrechnung, weil sie Prozesse, Meldungen und Berechnungen gleichzeitig betreffen.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Anhebung der JAE-Grenze und der Beitragsbemessungsgrenze verlangt k\u00fcnftig eine genauere versicherungsrechtliche Pr\u00fcfung, insbesondere bei privat krankenversicherten Besch\u00e4ftigten mit Bestandsschutz.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>F\u00fcr Arbeitgeber lautet die zentrale Botschaft:&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der gr\u00f6\u00dfte Aufwand wird weniger in neuen materiellen Pr\u00fcfpflichten liegen, sondern in der technischen und organisatorischen Umsetzung. Wer Entgeltabrechnung, HR und Softwarepartner fr\u00fchzeitig vorbereitet, kann die kommenden \u00c4nderungen deutlich reibungsloser umsetzen.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-unser-service-im-informationsportal\" class=\"wp-block-heading\">Unser Service im Informationsportal<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weiterf\u00fchrende Informationen zum Thema Krankheit finden Sie in unserer SV-Bibliothek, insbesondere im Themenbereich <a href=\"https:\/\/www.informationsportal.de\/ikkbb\/sv-bibliothek\/meldeverfahren\/gemeinsame-meldeverfahren\/entgeltersatzleistungen\/\">Entgeltersatzleistungen<\/a>, sowie in dem gleichnamigen <a href=\"https:\/\/www.informationsportal.de\/wp-content\/uploads\/Steckbrief-Entgeltersatzleistung.pdf\">Steckbrief Entgeltersatzleistungen<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.informationsportal.de\/wp-content\/uploads\/Steckbrief-Krankheit.pdf\">Krankheit<\/a>. Die in der Bibliothek hinterlegten Dokumente werden regelm\u00e4\u00dfig gepr\u00fcft und bei Bedarf aktualisiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Welche Neuerungen aus dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz betreffen Arbeitgeber wirklich? Der Beitrag ordnet die \u00c4nderungen praxisnah ein und zeigt, was in Abrechnung, Prozessen und Meldungen wichtig wird und wo kein Handlungsbedarf besteht.<\/p>","protected":false},"author":16,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[242,120,26,30],"class_list":["post-18389","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-flag-aktuelles","tag-arbeitgeber","tag-krankenversicherung","tag-minijob","tag-sozialversicherung"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.3 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Arbeitgeber und das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz - Informationsportal f\u00fcr Arbeitgeber der IKK Brandenburg und Berlin<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Welche Folgen hat das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz f\u00fcr Arbeitgeber? 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