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Insolvenz trotz Corona-Hilfen: Ergebnisse einer IAB-Befragung

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) beschäftigt sich laufend und intensiv mit den Folgen der Corona-Pandemie für Unternehmen und den Arbeitsmarkt. Im einer Serie seines Online-Magazins IAB-FORUM geht es nur um dieses Thema.

Wer nimmt Corona-Hilfen in Anspruch?

Im Rahmen seiner regelmäßigen Stellenerhebung hatte das IAB im vierten Quartal 2020 die Betriebe auch befragt, ob und inwieweit sie Corona-Hilfen in Anspruch genommen haben. In ihrem Fazit kommen die Wissenschaftler zu folgenden Ergebnissen:

  • Die Betriebe, die staatliche Hilfen beantragt haben, schätzen den Nutzen hoch ein. Dennoch sind diese Betriebe deutlich stärker von Arbeitsplatzabbau und Insolvenz bedroht als der Durchschnitt.
  • Die Hilfen waren an die Bedingung geknüpft, dass wirtschaftliche Schwierigkeiten wegen der Corona-Pandemie aufgetreten ist sind. Dennoch wird nicht ausgeschlossen, dass viele Unternehmen auch schon vorher Probleme hatten. Daher kann man schwer beurteilen, in welchem Grad das Insolvenzrisiko durch Corona-Hilfen gesenkt wurde.
  • Sicher kann man aber davon ausgehen, dass die Hilfen dazu beigetragen haben, temporär Beschäftigung zu sichern und die Gefahr einer drohenden Insolvenz zu reduzieren.

Weitere Erkenntnisse aus der Befragung

  • 19 Prozent der befragten Betriebe hatten im vierten Quartal 2020 Corona-Hilfen beantragt. Bei den negativ von der Pandemie betroffenen Betrieben waren es 39 Prozent.
  • Je kleiner die Betriebsgröße, desto größer war der Anteil der Nutzer von Corona-Hilfen: Bei den Kleinstbetrieben mit unter 10 Arbeitnehmern waren es 20 Prozent, bei Betrieben über 250 Mitarbeitern nur 8 Prozent.
  • Bei den Branchen lagen mit 28 Prozent die „Sonstigen Dienstleistungen“ (einschließlich Gastgewerbe und köpernahe Dienstleistungen) an der Spitze.
  • Zwei Drittel der Antragsteller schätzen den Nutzen der Corona-Hilfen als hoch oder sehr hoch ein.
  • Trotz der Corona-Hilfen mussten 21 Prozent der Betriebe im dritten Quartal 2020 Personal entlassen. Zudem rechneten 27 Prozent dieser Betriebe mit einem weiteren Rückgang der Beschäftigung in den nächsten 12 Monaten.

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