Informationsportal für Arbeitgeber

Merken Drucken

Kurzarbeitergeld in Corona-Zeiten

Wie stark nutzen Arbeitgeber das Instrument der Kurzarbeit tatsächlich? Und worin unterscheidet sich die Corona-Pandemie von der Finanzkrise 2008/2009, bezogen auf die Nutzung von Kurzarbeitergeld (KUG)?

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat sich dieser und weiterer Fragen angenommen und die Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) entsprechend ausgewertet. Basis für die vorliegende Studie waren Daten zu Kurzarbeitsanzeigen und Arbeitslosenmeldungen für März und April aus den Jahren 2009 und 2020.

Ausmaß und Umfang von Kurzarbeitergeld im Vergleich

Im März und April 2020 haben Arbeitgeber für über 10 Millionen Beschäftigten Kurzarbeit bei der Bundesagentur für Arbeit angezeigt. Im gleichen Zeitraum im Jahr 2009 waren es nur 3,3 Millionen Anzeigen. Das kann zum einen daran liegen, dass die Voraussetzungen für KUG dieses Jahr vereinfacht wurden, um schnell und unkompliziert das Instrument nutzen zu können. Mehr dazu lesen Sie in unserer News (…). Zum anderen sind durch den Corona bedingten Lockdown wesentlich mehr Branchen und Arbeitnehmer betroffen, als das während der Finanzkrise 2009 der Fall war.

Die betroffenen Branchen

Während die weltweite Finanzkrise 2009 vor allem dafür sorgte, dass Deutschlands Exporte einbrachen und in der Verarbeitenden Industrie Arbeitsplätze bedroht waren, sind die Auswirkungen der Corona-Krise in allen Branchen zu spüren. Das gilt natürlich ganz besonders dort, wo Publikumsverkehr für Umsatz und Arbeitsplätze sorgt: Gastronomie und Hotellerie, Unterhaltung und Erholung, Verkehr, Einzelhandel. Beispielsweise zeigten in der Gastronomie die Arbeitgeber für 93 Prozent aller Arbeitnehmer Kurzarbeit an. Das Verarbeitende Gewerbe war dagegen nur indirekt von den Corona-Maßnahmen betroffen, unter anderem durch Lieferengpässe oder rückläufige Nachfrage.

Dauer der Kurzarbeit

Die Summe der Anzeigen von Kurzarbeit ist nicht identisch mit der Anzahl der Menschen, die tatsächlich Kurzarbeit beziehen. Denn einerseits ist nur eine Anzeige nötig, auch wenn ein Arbeitnehmer mehrere Monate KUG bezieht. Zum anderen führt nicht jede Anzeige auch tatsächlich zu einer Meldung.

2009 erhielt die BA 3,3 Millionen KUG-Anzeigen, letztlich erhielten ab Frühjahr 2009 dann 1,3 Millionen Menschen Kurzarbeitergeld. Nach Hochrechnungen der BA wurden im März 2020 für 2,02 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld bezahlt.

Obwohl sich die Wirtschaft in der Finanzkrise insgesamt relativ rasch erholte, dauerte es bis Ende 2009, dass die Zahl der KUG-Bezieher auf unter eine Million sank. Wie viele Beschäftigte auch Ende 2020 noch in Kurzarbeit sein werden, lässt sich derzeit nicht abschätzen.

Quelle

Das IAB (https://www.iab.de/) ist eine Forschungseinrichtung der BA. Die Studie können Sie im Detail hier nachlesen. Sie befasst sich auch mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Arbeitslosigkeit und Neueinstellungen.

Unser Service für Sie im Informationsportal

Im Steckbrief Kurzarbeit lesen Sie kompakt alle wichtigen Informationen, die für Sie als Arbeitgeber wichtig sind.

Die folgenden News passend zum Thema könnten für Sie auch interessant sein:

Diese Website verwendet Cookies. Indem Sie die Website und ihre Angebote nutzen und weiter navigieren, akzeptieren Sie diese Cookies. Dies können Sie in Ihren Browsereinstellungen ändern.

» Akzeptieren » Datenschutz