Merken Drucken

Kurzfristige Beschäftigung: Aktuelle Änderungen im Minijob zu beachten

Kurz zusammengefasst: Was ist die kurzfristige Beschäftigung?

Ein kurzfristiger Minijob ist eine Beschäftigung, bei der Ihr Arbeitnehmer innerhalb eines Zeitjahres maximal drei Monate oder 70 Arbeitstage bei Ihnen arbeitet. Für diese Zeitgrenzen ist aber nicht nur die kurzfristige Beschäftigung bei Ihnen relevant. Hat er bereits im Kalenderjahr einen kurzfristigen Minijob gehabt, müssen Sie diese Zeiten hinzurechnen. Gleiches gilt, wenn er arbeit- oder ausbildungsuchend war.

Wie erfahren Sie das? Nutzen Sie einen Fragebogen, den Ihr Arbeitnehmer vorher ausfüllen soll. Dabei muss er dann auch angeben, ob er bereits im Kalenderjahr als kurzfristiger Minijobber tätig war. Auf diese Angaben können Sie sich dann verlassen. Sollte dann eine Betriebsprüfung feststellen, dass der Arbeitnehmer einen kurzfristigen Minijob verschwiegen hat, bleiben Sie von einer Beitragsnachzahlung verschont. Daher ist wichtig: Lassen Sie sich die Angaben vom Arbeitnehmer bestätigen und bewahren Sie den Fragebogen bei den Entgeltunterlagen auf.

Ab 1. Januar 2022 sicherer: Vorbeschäftigungszeiten prüfen

Diese Prüfung der Vorbeschäftigungszeiten wird für Sie sicherer, weil Sie bei Anmeldung eines kurzfristigen Minijobbers von der Minijob-Zentrale eine automatische Rückmeldung erhalten. In dieser Rückmeldung erfahren Sie, ob der Arbeitnehmer im Kalenderjahr der Anmeldung bereits für eine kurzfristige Beschäftigung angemeldet war. Ist dies der Fall und Ihr Arbeitnehmer hatte Ihnen hierzu keine Angabe gemacht, sollten Sie das noch mal mit ihm klären.

Erfragen Sie genau, wann diese Beschäftigung war, wie lange sie gedauert hat und wie viele Tage er dabei gearbeitet hat. Zusammen mit den Beschäftigungszeiten bei Ihnen können Sie neu ermitteln, ob die Zeitgrenzen überschritten werden. Ist das der Fall, müssen Sie die bereits erfolgte Anmeldung als kurzfristiger Minijobber stornieren und ihn sozialversicherungspflichtig anmelden.

Ab 1. Januar 2021: Krankenversicherung melden

Auch wenn beim kurzfristigen Minijob keine Beiträge fällig werden, ist es wichtig, dass der Arbeitnehmer krankenversichert ist. Der Minijob soll ja nur ergänzend zu einer Hauptbeschäftigung sein. Um hier sicher zu gehen, müssen Arbeitgeber neu zusätzlich melden, welchen Schutz diese Minijobber haben. 2026 soll das die Minijob-Zentrale auswerten.

Um die Datenbasis zu schaffen, müssen Sie ab 1. Januar 2022 in der Anmeldung mitteilen, ob der Arbeitnehmer gesetzlich krankenversichert ist (Kennzeichen „1“) oder privat krankenversichert oder anderweitig im Krankheitsfall abgesichert (Kennzeichen „2“) ist. „Anderweitig abgesichert“ ist der Minijobber über Sondersystemen oder Ansprüche auf Sachleistungen zu Lasten eines ausländischen Versicherungsträgers (aktuell Dänemark, Luxemburg oder Österreich).

Zum 1. November 2021: Prüfen Sie laufende Minijobs

Als Teil der Corona-Maßnahmen hatte der Gesetzgeber die Zeitgrenzen zur Beurteilung, ob eine kurzfristige Beschäftigung möglich ist verlängert: 102 statt 70 Arbeitstage, vier Monate statt drei Monate. Diese Regelung endet zum 31. Oktober 2021. Und das bedeutet für Sie: Prüfen Sie eine laufende kurzfristige Beschäftigung, ob Sie Ihren Arbeitnehmer noch als Minijobber melden dürfen. Es kann sein, dass die gleiche Beschäftigung, die bis zum 31. Oktober 2021 ein kurzfristiger Minijob war, nun ab 1. November 2021 eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist.

Beurteilen Sie daher Ihre kurzfristigen Minijobber mit den nun wieder geltenden Zeitgrenzen neu, ob es unter diesen Bedingungen beim Minijob bleibt. Wer z. B. seit dem 1. August 2021 so gemeldet ist und bei Ihnen kontinuierlich gearbeitet hat, muss zum 1. November umgemeldet werden, weil der November der vierte Beschäftigungsmonat ist und damit die Grenze von drei Monaten überschritten wird. Eine Ab- und eine erneute Anmeldung mit anderem Beitragsgruppenschlüssel sind notwendig.

Unser Service für Sie im Informationsportal

  • Eine ausführlichere Erläuterung, was eine kurzfristige Beschäftigung ist, erhalten Sie im Steckbrief Kurzfristiger Minijobber. Dort finden Sie auch den Link zu einem Fragebogen, den Ihr Minijobber vor Arbeitsaufnahme und Anmeldung ausfüllen sollte.
  • Dazu passend erläutert der Steckbrief Berufsmäßigkeit, was hinter diesem Begriff steht und warum ein kurzfristiger Minijob nie berufsmäßig ausgeübt werden kann.
  • Jede Neueinstellung können Sie vorab in unserem Frage-Antwort-Katalog Kurzfristiger Minijobber prüfen. Dabei werden auch Vorbeschäftigungszeiten berücksichtigt und die Frage der Berufsmäßigkeit insgesamt geprüft.
  • Experten können in der SV-Bibliothek auf die passenden Dokumente der Sozialversicherung zugreifen. Sie finden diese in der Rubrik „Geringfügige Beschäftigung„.

Weitere Meldungen rund um die Minijobs sind u. a.