Zu viel berechnet oder zu viel gezahlt?

Es ist ein Unterschied, ob Sie als Arbeitgeber zu hohe Beiträge berechnet und abgeführt haben oder ob nur die Zahlung an die Einzugsstelle zu hoch war. Unterschiedlich ist deshalb der Weg, wie Sie das zu viel gezahlte Geld zurückbekommen können.

Zu viel berechnet

Haben Sie versehentlich zu hohe Beiträge berechnet – und Ihrem Arbeitnehmer auch seinen Anteil zu hoch abgezogen – handelt es sich um eine „echte“ Beitragserstattung. Das können Sie meist in der nächsten Abrechnung selbst korrigieren und die zu viel entrichteten Beiträge mit der nächsten Zahlung an die Einzugsstelle verrechnen.

Liegt der Zeitraum aber länger zurück oder die Beiträge wurden ganz zu Unrecht erhoben (z. B., weil die Beschäftigung versicherungsfrei war), müssen Sie einen Erstattungsantrag stellen und bekommen das Geld auf diesem Weg zurück. Ihr Arbeitnehmer bekommt natürlich in jedem Fall auch seinen Beitragsanteil erstattet.

Zu viel gezahlt

Manchmal kommt es vor, dass Sie die Beiträge zwar richtig berechnet haben, aber vielleicht den Beitragsnachweis erst verspätet an die Einzugsstelle übermittelten. Dann werden die Beiträge von dort geschätzt und – wenn Sie ein SEPA-Mandat erteilt haben – von Ihrem Konto abgebucht. Die Schätzung ist dann mitunter zu hoch. Natürlich wird das Beitragssoll nach Einreichen des Beitragsnachweises später korrigiert und das Guthaben mit der nächsten Abbuchung verrechnet. Wollen Sie darauf nicht warten, müssen Sie einen Erstattungsantrag stellen – dann geht es schneller.

Neuer Service der Minijob-Zentrale

Die Minijob-Zentrale als Einzugsstelle für die Pauschalbeiträge für Minijobber erstattet Ihnen ab Juni 2022 die zu viel abgebuchten Beiträge jetzt automatisch. Sie erhalten also sofort und ohne Antrag die Differenz zurück, wenn Sie den Beitragsnachweis übermittelt haben.

Allerdings müssen dafür einige Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Das Beitragskonto war vor dem Nachreichen des Beitragsnachweises ausgeglichen, geklärt und die Meldungen zur Sozialversicherung liegen vor.
  • Das Guthaben beträgt mehr als einen Euro, aber nicht mehr als 400 Euro.
  • Sie haben der Minijob-Zentrale ein SEPA-Lastschriftmandat erteilt.

Wenn Sie eine solche automatische Erstattung nicht möchten, können Sie das der Minijob-Zentrale formlos mitteilen. Sie wird diesen Service für Ihr Beitragskonto deaktivieren.

Weitere Informationen hierzu finden Sie auch im Blog der Minijob-Zentrale.

Unser Service für Sie im Informationsportal

In unserer SV-Bibliothek können Sie die Gemeinsame Grundsätze für die Auf- bzw. Verrechnung und Erstattung zu Unrecht gezahlter Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung aus einer Beschäftigung nachlesen.

Falls Sie einen Minijobber oder eine Aushilfe einstellen möchten, empfehlen wir Ihnen unsere Frage-Antwort-Kataloge.