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Pflegezeit – aus betrieblicher Sicht

Der demographische Wandel in Deutschland stellt unsere gesamte Gesellschaft vor Herausforderungen. Wie kann und soll die zunehmende Zahl pflegebedürftiger Menschen angemessen versorgt werden? Insbesondere da sich die Mehrzahl der betroffenen Menschen wünscht nach Möglichkeit von einem Angehörigen gepflegt zu werden.

Vor diesem Hintergrund wurde in Deutschland das Pflegezeitgesetz (PflegeZG) beschlossen, das es Arbeitnehmern ermöglicht sich von der Arbeit freistellen zu lassen, um nahe Verwandte zu pflegen. Insofern sind Sie als Arbeitgeber direkt involviert.

Ab welcher Arbeitnehmerzahl fällt Ihr Unternehmen unter die Regelungen des PflegeZG?

Gem. § 3 Abs. 1 PflegeZG sind Arbeitgeber betroffen, die regelmäßig mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigen. In diesen Fällen haben die Arbeitnehmer grundsätzlich Anspruch auf Pflegezeit. Bei 16 oder weniger Arbeitnehmern kann Pflegezeit von Ihnen auf freiwilliger Basis gewährt werden.

Wer gilt als „naher Verwandter“?

Nahe Verwandte sind

  • Großeltern, Eltern, Stiefeltern und Schwiegereltern
  • Ehegatten, Partner in eheähnlicher Gemeinschaft, Lebenspartner und Partner in lebenspartnerähnlicher Gemeinschaft
  • Geschwister, Kinder, Enkelkinder, Adoptiv- und Pflegekinder
  • Kinder, Adoptiv- und Pflegekinder des Ehegatten oder Lebenspartners
  • Schwiegerkinder sowie Schwägerinnen und Schwager

Wie erfolgt der Nachweis der Pflegebedürftigkeit?

Arbeitnehmer, die Pflegezeit in Anspruch nehmen möchten, weisen dies bei gesetzlich Versicherten über eine Bescheinigung der Krankenkasse oder des Medizinischen Dienstes (MDK) nach und legen diese Ihnen als Arbeitgeber vor.

Wie lange kann eine Pflegezeit dauern?

Die Pflegezeit beträgt maximal 6 Monate – bei teilweiser oder vollständiger Freistellung von der Arbeit. Bei einer vollständigen Freistellung ruht das Arbeitsverhältnis. Während der Pflegezeit besteht Kündigungsschutz.

Broschüre für Arbeitgeber

Um Sie als Arbeitgeber in Bezug auf Pflegezeit zu unterstützen hat die Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) eine Broschüre „Beruf und Pflegeverantwortung“ erstellt und bietet diese unter dem Link zum kostenlosen Download an.

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