Merken Drucken

Wie Arbeitnehmer melden: Azubis in einer praxisintegrierten schulischen Berufsausbildung

Die Berufsausbildung in Deutschland wird viel gelobt. Auszubildende lernen und arbeiten gegen Entgelt im Betrieb, erhalten aber auch eine schulische Berufsausbildung. Dabei sind sie in der Sozialversicherung als Arbeitnehmer sozial abgesichert. Allerdings galt das in einigen Ausbildungszweigen wie in vielen Gesundheitsberufen bisher nicht. Da die schulische Berufsausbildung im Vordergrund stand, blieb die praktische Arbeit unentgeltlich. Deshalb waren die Auszubildenden nicht sozialversicherungspflichtig. Genau dass ändert sich nunmehr.

Arbeit gegen Entgelt auch bei der Ausbildung in Gesundheitsberufen

Schon vor der Corona-Pandemie war klar: Die Ausbildung in Gesundheitsberufen muss attraktiver werden. Arbeitgeber wie kommunale Krankenhäuser und die Universitätskliniken haben darauf reagiert. Sie haben tarifvertraglich festgehalten, dass die betroffenen Auszubildenden ein monatlich Ausbildungsentgelt in Anerkennung der geleisteten Arbeit erhalten. Diese geänderte Praxis soll nun auch in der Sozialversicherung nachvollzogen werden.

Die sogenannte praxisintegrierte schulische Ausbildung soll wie das duale Studium als Beschäftigung im Sinne der Sozialversicherung gelten. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat eine entsprechende Initiative der Spitzenorganisationen der Sozialversicherung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) begrüßt und will das jetzt verbindlich regeln.

Schon heute diese Auszubildende in der Sozialversicherung anmelden

In einer gemeinsamen Verlautbarung haben der GKV-Spitzenverband, die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund) und die Bundesagentur für Arbeit (BA) empfohlen, die Auszubildende in praxisintegrierten schulischen Ausbildungsgängen bereits jetzt als Arbeitnehmer in der Sozialversicherung zu behandeln. Denn die Ausbildung gegen Arbeitsentgelt sei wirtschaftlich vergleichbar mit der betrieblichen Berufsausbildung.

Die Konsequenz für die Arbeitgeber: Sie müssen den Auszubildenden in der Sozialversicherung anmelden und entsprechende Beiträge zahlen. Ist die Anmeldung bereits erfolgt, sind keine weiteren Aktivitäten notwendig. Fehlt die Anmeldung oder wurde eine frühere Anmeldung storniert, ist eine Anmeldung auch rückwirkend erforderlich.

Unser Service für Sie im Informationsportal

In unserer SV-Bibliothek finden Sie die gemeinsame Verlautbarung „Versicherungsrechtliche Beurteilung von Auszubildenden in praxisintegrierten schulischen Ausbildungsgängen“.

Wenn es um die Meldungen zum Thema Ausbildung geht, können Sie auch in unseren Steckbriefen mehr erfahren und in unseren Frage-Antwort-Katalogen zu Ihren Lebenslagen als Arbeitgeber die notwendigen Voraussetzungen prüfen:

Steckbriefe

Frage-Antwort-Kataloge zu Neueinstellungen oder Übernahme von Praktikanten


Frühere Meldungen rund um Auszubildende

Diese Website verwendet Cookies. Indem Sie die Website und ihre Angebote nutzen und weiter navigieren, akzeptieren Sie diese Cookies. Dies können Sie in Ihren Browsereinstellungen ändern.

» Akzeptieren » Datenschutz