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Übungsleiterpauschale oder abhängige Beschäftigung?

Ehrenamtlich tätige Übungsleiter (ÜL) oder Trainer, die beispielsweise in Sportvereinen oder bei der Freiwilligen Feuerwehr tätig sind, nehmen in unserer Gesellschaft eine wichtige Funktion wahr.

Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber für Aufwandsentschädigungen oder Übungsleiterpauschalen, die als Ausgleich für das Engagement und die eingesetzte Zeit gezahlt werden, einen Freibetrag von 2.400 Euro pro Jahr eingerichtet.

Bis zu diesem Betrag sind die Zahlungen durch die Vereine gemäß § 3 Nr. 26 EStG steuerfrei. Da die Sozialversicherung hier dem Steuerrecht folgt (§ 1 Abs. 1 Nr. 16 SvEV), sind die Einkünfte der Übungsleiter und Trainer in der Sozialversicherung ebenfalls beitragsfrei, da die ÜL-Pauschalen nicht als Arbeitsentgelt eingestuft werden.

Aufwandsentschädigungen kein Arbeitsentgelt

Bereits in unserer News-Meldung vom 24.01.2019 zu Übungsleitern, die Minijobber sind, haben wir darauf hingewiesen, dass Aufwandsentschädigungen bis zu 2.400 Euro und Jahr kein Arbeitsentgelt darstellen. Für im Verein beschäftigte Minijobber, die beispielsweise in der Geschäftsstelle arbeiten und gleichzeitig Trainer sind, zählt die Übungsleiterpauschale somit nicht zum Arbeitsentgelt.

Keine Ableitung von Versicherungspflicht aus ÜL-Pauschale

Den umgekehrten Fall hatte das LSG Baden-Württemberg (21.02.2019 – L 10 BA 1824/18) zu beurteilen. Eine Trainerin hatte geklagt als versicherungspflichtig Beschäftigte eines Sportvereins anerkannt zu werden. Der Hintergrund war, dass die Freibetragsgrenze von 2.400 Euro pro Jahr überschritten wurde und die Trainerin – da kein Arbeitsvertrag vorlag – in der Statusfeststellung der Deutschen Rentenversicherung als selbstständig tätige Lehrerin eingestuft wurde. Hieraus resultiert eine Beitragspflicht zur Rentenversicherung.

Das Gericht befand, dass als ÜL-Pauschalen geleistete Zahlungen keine Versicherungspflicht begründen, und hat die Statusfeststellung somit bestätigt.

Grenzbetrag 2.400 Euro im Blick behalten

Für Ihre mögliche Tätigkeit im Verein ist es daher wichtig den Grenzbetrag von 2.400 Euro pro Jahr bei den Aufwandsentschädigungen im Blick zu behalten.

Sollte der Betrag überschritten werden, ist es zu empfehlen mit den Trainern abzustimmen, ob ein Beschäftigungsverhältnis begründet oder die weiteren Leistungen freiberuflich erbracht werden soll. Beide Lösungen erfordern weitere Schritte, die rechtzeitig einzuleiten sind.

Sollet eine Anstellung als Minijobber als Lösung gewählt werden, hilft Ihnen sicherlich unser Steckbrief 450-Euro-Minijobber, um an weiterführende Informationen zu gelangen.

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