Laufend oder einmalig?

Für die richtige Beitragsberechnung ist zuallererst die Frage von Bedeutung, ob es sich um laufendes oder einmaliges Arbeitsentgelt handelt. Das „Urlaubsgeld“, das Sie als laufendes Entgelt für die arbeitsfreien Urlaubstage auszahlen, ist als laufendes Arbeitsentgelt anzusehen und auch entsprechend abzurechnen. Das ist nicht anders als beispielsweise bei der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall – auch dies erhält der Arbeitnehmer ja anstelle des „erarbeiteten“ Entgelts für einen bestimmten Zeitraum.

Zum einmalig gezahlten Arbeitsentgelt gehören Zuwendungen, die Sie nicht für die Arbeit in einem einzelnen Entgeltabrechnungszeitraum zahlen, sondern die Sie aus einem bestimmten Anlass gewähren. Hierzu zählen z. B. zusätzliche Urlaubsgelder sowie Abgeltungen für nicht genommene Urlaubstage.

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Einmalzahlungen wie das Urlaubsgeld müssen Sie in dem Entgeltabrechnungszeitraum berücksichtigen, in dem Sie sie auszahlen. Ausnahme: Wenn Sie Urlaubsgeld in der Zeit vom 1.1. bis 31.3. auszahlen, müssen Sie diese Zahlung eventuell dem Vorjahr zuordnen (Märzklausel). Mehr zu den Besonderheiten der Märzklausel finden Sie in unserem Steckbrief Märzklausel.

Die anteilige Jahresbeitragsbemessungsgrenze

Hohe Einmalzahlungen führen schnell zu einem Überschreiten der monatlichen Beitragsbemessungsgrenze. Deshalb werden sie nur dann wie laufendes Entgelt im Monat der Auszahlung abgerechnet, wenn sie zusammen mit dem in dem Monat anfallenden laufenden Entgelt die monatliche Beitragsbemessungsgrenze nicht übersteigen.

Sonst erfolgt eine besondere Berechnung. Dafür bilden Sie eine anteilige Jahresbeitragsbemessungsgrenze für die Zeit vom 1. Januar des Jahres (bzw. vom Beschäftigungsbeginn, wenn dieser im laufenden Jahr liegt) bis zum Ende des Abrechnungsmonats. Dazu teilen Sie die Jahresbeitragsbemessungsgrenze durch 360 und multiplizieren diesen Wert mit der Zahl der zu berücksichtigenden Beitragstage (volle Kalendermonate werden mit 30 Tagen angerechnet).

Beispiel:
Sie zahlen ein Urlaubsgeld von 4.000 Euro im Monat Juni 2022 aus. Der zu berücksichtigende Zeitraum läuft vom 1.1. bis 30.6.2022 (180 Kalendertage).
Die jährliche Beitragsbemessungsgrenze 2022 in der Kranken- und Pflegeversicherung beträgt 58.050 Euro. Diesen Wert teilen Sie durch 360 und multiplizieren ihn mit 180. So ergibt sich eine anteilige Beitragsbemessungsgrenze von 29.025 Euro.

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Die so ermittelte anteilige Beitragsbemessungsgrenze stellen Sie den im selben Zeitraum bereits gezahlten beitragspflichtigen Entgelt einschließlich des Entgelts für den Abrechnungsmonat gegenüber. Die Differenz zwischen diesen beiden Werten stellt dann den maximal beitragspflichtigen Teil der Einmalzahlung dar.

Wir setzen das Beispiel fort:
Das laufende Arbeitsentgelt beträgt 4.100 Euro monatlich. Vom 1.1. bis 30.6.2022 ergibt sich also ein beitragspflichtiges laufendes Entgelt von 24.600 Euro (6 x 4.100 Euro). Die Differenz zur anteiligen Beitragsbemessungsgrenze beträgt 4.425 Euro. Das Urlaubsgeld von 4.000 Euro ist also in voller Höhe beitragspflichtig.

Ergibt Ihre Berechnung, dass das Urlaubsgeld in der Kranken- und Pflegeversicherung nur teilweise beitragspflichtig ist, müssen Sie die Berechnung für die Renten- und Arbeitslosenversicherung analog durchführen, da hier die Beitragsbemessungsgrenze höher ist.

Unser Service für Sie im Informationsportal

Mehr Informationen finden Sie im Steckbrief Einmal- und Sonderzahlungen sowie im Steckbrief Märzklausel. Und falls Ihr Arbeitgeber einmal unbezahlten Urlaub beantragen, können Sie im Frage-Antwort-Katalog Unbezahlter Urlaub prüfen, welche Meldungen Sie abgeben müssen.