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Verdienstausfall von Eltern wird weiterhin entschädigt – Auszahlung durch den Arbeitgeber

Sicher haben einige Ihrer Arbeitnehmer Kinder. Und die sollten eigentlich in die Kita oder die Schule gehen. Aber die Einrichtungen waren oder sind wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Wenn es nun wegen der Kontaktbeschränkungen keine alternative Betreuung gab oder gibt, müssen die Eltern zu Hause bleiben und ihre Kinder betreuen. Das bedeutet aber vielfach einen Verdienstausfall für die Eltern.

Nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) steht ihnen dafür eine Entschädigung zu. Am 5. Juni 2020 hat der Bundesrat beschlossen, die Dauer der Verdienstausfallentschädigung wesentlich zu verlängern. Das Gesetz ist rückwirkend ab 30. März und bis 31. Dezember 2020 wirksam. Die Auszahlung erfolgt über Sie als Arbeitgeber, Sie können sich anschließend die Ausgaben erstatten lassen.

Entschädigung bei Verdienstausfall für maximal 20 Wochen

Arbeitgeber mussten bisher maximal sechs Wochen lang eine Entschädigung für den Verdienstausfall auszahlen. Da die Corona-Pandemie sich aber langwierig gestaltet, hat der Gesetzgeber reagiert. Der Anspruch auf Verdienstausfallentschädigung liegt nun bei maximal zehn Wochen pro Elternteil bzw. 20 Wochen für Alleinerziehende. So ist es in § 56 IfSG geregelt.

Anspruchsberechtigt sind Eltern, deren Kinder das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Das gilt auch für Pflegeeltern. Die Ausfallentschädigung wird nur unter der Voraussetzung gewährt, dass die Betreuung nötig wurde, weil die Kita oder die Schule wegen Corona geschlossen war / ist.

Wichtig: Bei schulpflichtigen Kindern besteht während der Ferien kein Anspruch auf Verdienstausfallentschädigung. Denn die Schulen wären in diesen Wochen sowieso geschlossen, unabhängig von Corona-Maßnahmen.

Sind Kinder körperlich oder geistig behindert, gibt es keine Altersbeschränkung des Kindes, wenn es auf die Hilfe seiner Eltern angewiesen ist. Der Anspruch auf Entschädigung gilt also auch, wenn eine

Einrichtung für Menschen mit Behinderungen schließt und das Kind nicht mehr schulpflichtig bzw. volljährig ist.

Auszahlung durch den Arbeitgeber – Erstattung auf Antrag

Sie als Arbeitgeber sind dafür zuständig, die Verdienstausfallentschädigung an Ihre Arbeitnehmer auszuzahlen. Sie beträgt 67 Prozent des herkömmlichen Entgelts Ihres Arbeitnehmers, maximal aber 2.016 Euro für einen vollen Monat. Diese Verpflichtung schließt Minijobber ein.

Damit Sie die Lohnfortzahlung erstattet bekommen, stellen Sie einen Erstattungsantrag bei der zuständigen Behörde des Bundeslandes. Bezüglich der Zuständigkeit ist die Frage entscheidend, in welchem Bundesland die Schule oder Betreuungseinrichtung des Kindes liegt. Übrigens nehmen viele Bundesländer am Online-Antragsverfahren der IfSG-online.de teil. Falls Ihr Bundesland nicht dabei ist, können Sie auch einen PDF-Antrag herunterladen und ausfüllen. Auf dieser Website ermitteln Sie auch, an welche Behörde Sie den Antrag schicken müssen.

Quellen

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