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Wann darf man auch im 450-Euro-Minijob mehr als 450 Euro verdienen?

Eine geringfügig entlohne Beschäftigung heißt auch 450-Euro-Minijob. Und allein der Name macht es schon deutlich: Der Minijobber darf nicht mehr als 450 Euro verdienen, gerechnet im monatlichen Durchschnitt – und einschließlich Einmalzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. Der monatliche Durchschnitt ergibt sich aus der vorausschauenden Betrachtung der nächsten 12 Monate, bei einer kürzer befristeten Beschäftigung dieser Zeitraum. Beispiel: Wer von September bis April insgesamt acht Monate arbeitet und dabei 3.200 Euro verdienen soll, verdient im monatlichen Durchschnitt 400 Euro. Damit bleibt er unter der Entgeltgrenze von 450 Euro.

Durchschnitt heißt, dass es auch mal mehr sein darf

Dabei darf es dann auch mal einen einzelnen Monat auch mehr als 450 Euro sein. Wenn das monatliche Arbeitsentgelt in unserem Beispiel an sechs Monaten 300 Euro beträgt, kann es in den beiden anderen Monaten 700 Euro betragen. Das ändert nichts am Durchschnitt. Nicht zulässig ist aber eine erhebliche Schwankung, also z. B. von vornherein geplant einen Monat mit 2.500 Euro und sieben Monate mit 100 Euro. Der Monat mit 2.500 Euro ist dann eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und kein Minijob mehr.

Steuerfreie Bestandteile zählen nicht mit

Sie können als Arbeitgeber Ihrem 450-Euro-Minijobber mehr zukommen lassen, denn es gibt zusätzlichen Zahlungen, die steuerfrei und damit auch beitragsfrei sind. Beispiele sind:

  • Sonntags- Feiertags- und Nacharbeitszuschläge, die nicht zum zu versteuernden Einkommen gehören
  • Wer nebenberuflich in einem Verein als Überleiter arbeitet, kann die Übungsleiterpauschale von bis zu 3.000 Euro im Kalenderjahr abziehen. Er darf also bis zu 8.400 Euro in seinem 450-Euro-Minijob verdienen.
  • Ähnlich geht es mit der Ehrenamtspauschale von bis 840 Euro im Kalenderjahr.

Wenn Unvorhersehbares passiert …

Und es existiert eine weitere Ausnahme. Wenn bei Ihnen als Arbeitgeber etwas Unvorhersehbares passiert und Ihr 450-Euro-Minijobber einspringen muss, darf er in einem Monat auch mehr als 450 Euro verdienen – und das ohne Grenze nach oben. Unvorhersehbar heißt, dass Sie sich als Arbeitgeber nicht darauf vorbereiten konnten. Eine Krankheitsvertretung geht also, eine Urlaubsvertretung nicht.

Die grundsätzliche Regel ist, dass dies bis zu drei Mal innerhalb von 12 Monaten passieren darf, immer „nach hinten“ ab dem Monat der Überschreitung gerechnet. Wenn also im Mai wegen Krankheit eines anderen Mitarbeiters mehr gezahlt wird, darf dies maximal drei Mal von Juni des Vorjahres bis Mai passiert sein. Aktuelle Ausnahme: Wegen Corona darf das im Zeitraum von März bis Oktober 2021 auch vier Mal sein.

Übrigens: Das gilt auch für private Haushaltshilfen, die Sie über das Haushaltsscheck-Verfahren angemeldet haben. Auch das sind 450-Euro-Minijobber.

Unser Service für Sie im Informationsportal

Umfassender und ausführlicher informieren unser Steckbrief 450-Euro-Minijobber. Und wenn Sie jemanden so einstellen wollen, empfehlen wir eine Prüfung in unserem passenden Frage-Antwort-Katalog. Da wird auch die Entgeltgrenze geprüft.

Für private Haushaltshilfen haben wir ein ähnliches Angebot: Steckbrief Haushaltsscheck-Verfahren und Frage-Antwort-Katalog Haushaltshilfe.

Experten können in unsere SV-Bibliothek schauen. Dort finden Sie in der Rubrik „Geringfügige Beschäftigung“ und „Haushaltsscheck“ die Dokumente der Sozialversicherung zum Thema.

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