Die Werkstudentenregelung

Wird die Arbeitszeit und Arbeitskraft eines „ordentlich Studierenden“ überwiegend von seinem Studium in Anspruch genommen, ist er in einer daneben ausgeübten Beschäftigung versicherungsfrei in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Das gilt für alle Studenten, die an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule oder Fachhochschule eingeschrieben sind. Es gilt nicht für Studenten in einem Urlaubssemester oder Gasthörer.

Der Studente gilt als überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen, wenn er nicht mehr als 20 Wochenstunden arbeitet. Längere Arbeitszeiten sind außerhalb der Vorlesungszeiten möglich, also beispielsweise in den Semesterferien oder am Wochenende. Mehr dazu finden Sie in unserem Steckbrief Werkstudent.

Corona schaffte besondere Regelungen

Während der Corona-Pandemie hatten viele Hochschulen ihre Semesterferien ausgeweitet und zu großen Teilen auf Präsenzvorlesungen verzichtet. Deshalb hatten die Sozialversicherungsträger besondere, erweiterte Regelungen beim Werkstudentenprivileg beschlossen. So galt die Versicherungsfreiheit auch, wenn die Semesterferien von der Hochschule verlängert wurden.
Deshalb wurde die Versicherungsfreiheit bei Studenten-Beschäftigungen in den Semesterferien auch dann bestätigt, wenn die Hochschule diese über den eigentlichen Zeitraum hinaus verlängerten.
Wenn der Lehrbetrieb ohne Präsenzveranstaltungen auskam, bestand das Werkstudentenprivileg auch dann, wenn der Student die Beschäftigung an mehr als 20 Wochenstunden ausübte. Die Begründung: An Online-Vorlesungen konnten die Studenten grundsätzlich zeitlich flexibler teilnehmen.
Aber: Die Anwendung des Werkstudentenprivilegs blieb auch mit den Corona-Sonderregelungen auf maximal 26 Wochen im Jahr begrenzt.

Nun ist es vorbei!

Zum Sommersemester 2022 haben die Hochschulen im Allgemeinen die Präsenzvorlesungen und -veranstaltungen wieder aufgenommen. Deshalb haben die Sozialversicherungsträger entschieden, die Coronasonderregelung zum Beginn des Sommersemesters auslaufen zu lassen. Ab sofort gelten also wieder die allgemeinen Regelungen zur Versicherungsfreiheit von Werkstudenten. Ein Überschreiten der 20-Stunden-Grenze ist daher nur noch möglich, wenn der Student die Arbeit in den vorlesungsfreien Zeiten ausübt.

Wichtige Ausnahme

Nicht vergessen: In der Rentenversicherung gilt das Werkstudentenprivileg nicht. Hier kann Versicherungsfreiheit nur im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung (als kurzfristiger Minijob oder mit Verdienstgrenze) bestehen.

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