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Ein Spaziergang in der Mittagspause ist kein Arbeitsunfall

Wenn Arbeitnehmer beim Spazierengehen in der Mittagspause stürzen, ist dies kein Arbeitsunfall im Sinne der gesetzlichen Unfallversicherung. Das hat das hessische Landessozialgericht in Darmstadt entschieden.

In dem verhandelten Fall hatte der Arbeitnehmer mittags das Firmengebäude für einen Spaziergang verlassen. Er stolperte über eine Steinplatte und verletzte sich an den Handgelenken und am Knie. Die zuständige Berufsgenossenschaft erkannte dies nicht als Arbeitsunfall an. Der Versicherte sei während einer Pause verunglückt, die ein eigenwirtschaftliches Gepräge gehabt habe. Der Versicherte wandte hiergegen ein, dass aufgrund seiner Arbeitsbelastung die Pause zur Fortsetzung der Arbeit erforderlich gewesen sei.

Mit Urteil vom 24.07.2019 (Aktenzeichen L 9 U 208/1) entschied das Landessozialgericht im Sinne der Berufsgenossenschaft, wie es in seiner Pressemitteilung veröffentlichte. Spazierengehen sei keine Haupt- oder Nebenpflicht aus dem Beschäftigungsverhältnis des Versicherten. Außerdem bestehe keine prinzipielle arbeitsrechtliche Verpflichtung zu gesundheitsfördernden, der Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit dienenden Handlungen. Spazierengehen sei vielmehr eine private Verrichtung, vergleichbar mit Einkaufen, Essen, Trinken, Joggen und Fernsehen. Der Versicherte sei auch keiner besonderen betrieblichen Belastung ausgesetzt gewesen, die ausnahmsweise einen Versicherungsschutz für den Spaziergang begründen könne.

Sollten Sie als Arbeitgeber aber von einem möglichen Arbeits- oder Meldeunfall erfahren, müssen Sie diesen unabhängig von diesem Urteil melden. Die Voraussetzungen hierzu können Sie im Informationsportal im Steckbrief Unfall prüfen. 

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