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Studie: Entlassungen in der Krise vermeiden

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie untersucht das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA), wie Unternehmen durch die Krise kommen. Dazu befragen die Forscher des IAB regelmäßig Betriebe. Jetzt hat eine Studie sich mit der Frage befasst, welche Maßnahmen neben der Kurzarbeit genutzt werden, um Entlassungen zu vermeiden.

Endgültige Schließung von Betriebsteilen in der 1. Welle meist vermieden

Das IAB hat die Betriebe im September 2020 befragt, wie die Auswirkungen von Corona zu spüren sind. 40 Prozent schätzten die Auswirkungen als überwiegend negativ betroffen. Besonders stark betroffen sahen sich die Betriebe von einem Nachfragerückgang, der vorübergehenden Schließung von Betriebsteilen und erhöhten Kosten durch Hygieneauflagen. Nur sechs Prozent gaben aber an, dass sie von der endgültigen Schließung von Betriebsteilen betroffen waren. Und nur zwölf Prozent haben Entlassungen durchgeführt – das besonders stark im Gastgewerbe.

Kurzarbeit schließt Entlassungen nicht aus

Die Kurzarbeit nimmt eine besondere Stellung bei der Bekämpfung von Entlassungen ein. 45 Prozent der Betriebe hatten Kurzarbeit angezeigt, 35 Prozent haben Kurzarbeit tatsächlich beantragt. Auch hier war das Gastgewerbe mit 83 bzw. 63 Prozent Spitzenreiter, gefolgt von Groß- und Einzelhandel und Instandhaltung von KfZ. Das gibt aber auch einen Hinweis darauf, das notleidende Betriebe häufig sowohl Mitarbeiter entlassen als auch mit Kurzarbeit weitere Arbeitnehmer halten sollen. 20 Prozent der Betriebe mit beantragter Kurzarbeit haben auch Entlassungen durchgeführt.

Entlassungen auch mit anderen Mitteln vermeiden

Aber auch andere Maßnahmen wurden neben der Kurzarbeit genutzt. Dazu gehören:

  • Anpassung der Arbeitszeit und Abbau von Überstunden
  • Auflösung von Arbeitszeitkonten und Resturlaub
  • Gewährung von Sonderurlaub
  • Einführung von Home Office und Telearbeit

Eine geringe Rolle spielte bisher wie der Abbau von Leiharbeit und der Verzicht auf die Übernahme von Auszubildenden. Aber der Anstieg der Arbeitslosigkeit trifft vor allem jene, die Arbeit oder Ausbildung suchen. Denn die Schaffung neuer Beschäftigungen findet sich nur in den Branchen, die durch Corona sogar Mehrarbeit hatten.

Quellen im Original

Unser Service für Sie im Informationsportal

Eine Übersicht über verschiedene Möglichkeiten, auf die Corona-Pandemie zu reagieren, bietet unsere Seite „Infos für Arbeitgeber“. Der Steckbrief Kurzarbeit fasst das Wichtigste zum Thema zusammen.

Wenn Sie betrieblich auf die Krise reagieren müssen, können Sie die Verpflichtungen in der Sozialversicherung in Frage-Antwort-Katalogen zu Änderungen im Betrieb oder Stilllegung eines Beschäftigungsbetriebs prüfen.

Weitere Frage-Antwort-Katalog helfen beim Umgang mit dem einzelnen Arbeitnehmer, z. B.

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