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Schichtarbeit: Frühschicht ist für Eulen wie für Lerchen problematisch

Die meisten Menschen lassen sich sogenannten Chronotypen zuordnen, die oft mit der dazu passenden Vogelart bezeichnet werden: Wer gern früh aufsteht, gehört zu den „Lerchen“, Spätaufsteher sind die „Eulen“. Bisher gingen Arbeitswissenschaftler davon aus, dass ein Arbeitsbeginn zwischen sechs und sieben Uhr – wie er typisch ist für eine Frühschicht – keinen wesentlichen Einfluss auf die Schlafmenge hat. Daher ist man davon ausgegangen, dass es günstig bei der Einteilung der Schichtarbeit ist, wenn man die Chronotypen der Arbeitnehmer berücksichtigt. Die Lerchen bekommen die Frühschichten, die Eulen eben die Spätschichten.

Bei zu frühem Beginn droht Schlafmangel

Eine neue Studie des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) kommt jetzt zu einem anderen Schluss: Auch die Frühaufsteher leiden unter den Frühschichten, nicht nur die Eulen-Typen. Entscheidend ist, wieviel der Arbeitnehmer schläft. Auch Lerchen, die früher aufstehen müssen als sie es sonst täten, fehlt der Schlaf. Führt dies zu einem (unbemerkten) konstanten Schlafmangel, erhöht dies signifikant die Wahrscheinlichkeit für einen Arbeitsunfall oder einen Wegeunfall.

Weniger als sieben Stunden Schlaf erhöhen Unfallgefahr

Generell hat jeder Mensch ein anderes Schlafbedürfnis, unabhängig von seinem Chronotyp. Doch auch wer weniger Schlaf braucht, sollte langfristig einen Schwellenwert von sieben Stunden nicht unterschreiten. Denn dies führt zu einem Mangel an Konzentration und macht Unfälle in der Schichtarbeit umso wahrscheinlicher.

Die Studie

Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) hat für seine Studie 374 Arbeitnehmer, die einen meldepflichtigen Arbeitsunfall erlitten hatten, zu ihren Schlafgewohnheiten befragt. Im Durchschnitt hatten die Studienteilnehmer vor einer Frühschicht nur 6,5 Stunden geschlafen. Ohne Frühschicht schliefen sie durchschnittlich 45 Minuten länger.

Empfehlungen für den Arbeitsalltag

Wenn in Ihrem Betrieb Schichtarbeit nötig ist, können folgende Empfehlungen dazu beitragen, die Gesundheit Ihrer Arbeitnehmer zu schützen und das Risiko eine Arbeitsunfalls zu minimieren:

  • Berücksichtigen Sie bei der Planung der Schichtarbeit Chronotypen der Arbeitnehmer.
  • Verschieben Sie den Schichtbeginn nach hinten (also eher sieben statt sechs Uhr bei der Frühschicht), wenn möglich.
  • Besprechen Sie mit Ihren Arbeitnehmern die Einsätze und geben Sie ihnen Gelegenheit, Schlafprobleme, dauernde Müdigkeit und Erschöpfung anzusprechen.

Die Präventionskampagne der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen kommmitmensch bietet Ihnen und Ihren Arbeitnehmern viele Tipps, Infos und Anregungen, wie Sie die Sicherheit und das Betriebsklima im Arbeitsalltag verbessern können.

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