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Jeder Fünfte betroffen: Neue Leitlinie für Nacht- und Schichtarbeit

Schichtdienst für viele Arbeitnehmer Normalität

Die Wichtigkeit des Arbeitsschutzes ist in der Corona-Pandemie noch einmal besonders deutlich geworden und ist weiterhin Thema in Tagespresse und öffentlicher Diskussion. In der Sozialversicherung hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) mit den Berufsgenossenschaft und Unfallkassen als Träger die Hauptverantwortung im Thema.

Als Unternehmen sind Sie immer auch Mitglied bei einem der UV-Träger. Ihre Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse informiert Sie regelmäßig, wie Sie gesundheitliche Gefahren am Arbeitsplatz vermeiden können. Wenn es bei Ihnen Schichtdienst gibt, sollten Sie sich auch über die Risiken von Wechsel- und Nachtschicht auf dem Laufenden bleiben. Betroffen ist davon ungefähr jeder fünfte Arbeitnehmer in Deutschland.

Neue Leitlinie der Fachgesellschaft

Die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) hat nun eine neue Leitlinie „Gesundheitliche Aspekte und Gestaltung von Nacht- und Schichtarbeit“ erstellt. Die Leitlinie im Original können Sie als Kurz- oder Langfassung auf der Seite von AWMF online herunterladen. AWMF ist die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.

In der Leitlinie geht es um viele unterschiedliche Auswirkungen wie:

  • Schlaf und Konzentrationsfähigkeit
  • Körperliche Erkrankungen z. B. am Herz, sowie Kreislauf und Stoffwechsel
  • Psychische und neurologische Schwierigkeiten
  • Gefahren für Fruchtbarkeit und Mutterschutz

Das Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IPA) an der Ruhr-Universität Bochum fast die wichtigsten Ergebnisse in seinem IPA Journal 02/2021 zusammen. Wenn Sie mehr wissen wollen, finden Sie den Artikel direkt unter dem Link als PDF zum Download.

Empfehlungen aus Skandinavien

In dieser Ausgabe des IPA Journals wird auch über die skandinavische Forschungsinitiative „Working hours, health, well-being and participation in working life“ (WOW) berichtet.  Ein Infoblatt der DGUV fasst die wesentlichen Ergebnisse zusammen. Die wichtigsten Empfehlungen sind:

  • Maximal drei aufeinanderfolgende Nachtschichten
  • Maximale Nachtschicht von neun Stunden
  • Schnell rotierende Schichtsysteme
  • Arbeitsfreie Intervalle von mindestens elf Stunden

Alle Ausgaben der IPA Journale finden Sie unter dem Link.

Unser Service für Sie im Informationsportal

In unseren Meldungen haben wir schon öfters über Schichtarbeit und Nachtdienst berichtet. Lesen Sie z. B.